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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Seite - 450 -
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450 I. Österreich: Hofspitäler (Edition Nr. 1–16) den abgestorben gewendliche exequie der erst, siebend unnd dreissigist, auch järlich der gotsdiennst unnd jahrzeit mit aller anndacht volbracht unnd darunder in alwegen unnserer vor eltern, deßgleichen Diego unnd seiner freundschafft als anfengers gedacht, für unnserer unnd unnserer geliebten gemahel unnd unnserer geliebten sönn nachkhomen glickhliche regierung unnd wolfart, unnd in summa alles gemain anligen der heilligen cristlichen khirchen mit innigkhait unnd diemuet gegen Got gebeth werden, unnd sollen mit der leuch die zween priester, sacristan unnd alle arme leüth, so one sonder beschwert geen mögen, mitgeen. [82.] Dann so haben wir auch zu statlicher verrichtung des cristlichen gotsdiennst jedem schuelmaister sannt Michäelis pharrkhirchen in unnser stat Wienn gegen entrichtung ainer bestimbten besoldung aufgelegt, mit sambt den schuelern denselben zuverrichten nach außweißung ainer sonndern verzaichnus, so ime hiervor zuegestölt worden. Unnd ist unnser genediger bevelch, das unnsers spitals spitlmaister unnd gegenschreiber mit allem vleis darob sein, das durch die verordnete caplän unnd gedachten schuelmaister der gotsdiennst ordenlich, vleissig unnd andechtligclich wol verricht werde. [83.] Es solle auch den armen in unnserm spital zuegelassen sein, wann ain person etwo ain aigens güettl hat, das die testiern unnd schaffen mag, doch das solch testament durch erbar unnd unverdechtliche leüth unnd in albeg mit vorwissen des spitlmaisters unnd gegenschreiber beschehe, sonsten aber, wo ain person untestiert absturbe, so soll ir verlassenschafft dem spital beleiben, es were dann, das sy arme khinder oder freundt hette, denen sol unnsers spitals spitlmaister unnd gegenschreiber mit vorwissen unnser niederösterreichischen regierung unnd cammer von seiner verlassenschafft nach gelegenhait vill oder wenig zugeben und ervolgen zulassen macht haben. [27r] [84.] Dise unnser ordnung solle alle Quottember ain mal vor menigclichen offentlich im spital verlesen werden. [85.] Wo sich dann ain infection oder khriegslauff zuetrüegen, werden spitlmaister unnd gegenschreiber jederzeit alle notwendige fürsehung zuthuen wissen. [86.] Zu bschluß wellen wir, das im spital aller fräfel unnd muetwillen, gotßlesterung unnd panagatiern, sauffen, fressen, spillen, jubillieren, tanzen, saittenspil, haiderey, winckhelheurath, unzucht unnd leichtferttigkhait genzlich vermitten beleiben, bey vermeidung der straff jeder zeit nach gelegenhait der verbrechung anndern zu ebenbild mit ernnst furzunemen. [87.] Damit auch solch unnser spital für annder befreidt sey, so solle unnser strafgericht unnd alle anndere gericht in das spital nach den tättern zugreiffen nit macht haben, sonnder die, so etwo mit todtschleg unnd anndern malefizischen sachen, die unnserm statgericht zuhanndlen gebüern, beschriern seindt, dem spitlmaister unnd gegenschreiber angezaigt, unnd wo alßdann ainich inditium oder schein des malefiz verhannden, aus dem spital dem statgericht geantwort werden, gegen denselben ferrer nach vernembung irer purgation und behelffs, was recht ist, ergeen zulassen. [88.] Unnd ist hieneben unnser ernstlicher willen unnd bevelch, das diser ordnung genzlichen gelebt werde, darauf dann jeder zeit unnser unnd unnserer nachkhomen regierunder erzherzog zu Österreich, lanndsfüerstliche regierung unnd camerräth, auch sonnderlichen die aus ir, der regierung, mittl verordente visitatores guet aufmerckhen haben sollen, doch behalten wir unns unnd unnsern nachkhommen erzherzogen zu Österreich solche ambter unnd ordnungen in alwegen zuveränndern bevor. Beschechen in unnser stat Wienn am ersten tag January anno etc. im achtunndsechzigisten, unnserer
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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