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I. Österreich: Hofspitäler (Edition Nr. 1–16) 499
derselben, es sey mit der zaff, speiß, trannckh, paden unnd annderm durchaus gemeß
unnd fein sauber gehalten unnd inen an dem, was geordnet, nicht abgeprochen werd,
verrer weil angeregts hofspital anfenngclich der mainung aufgericht unnd angesehen, das
in demselben zwelf arme, alte und solche mannspersonen, die etwo lannge zeit gediennt,
iren gesonndt unnd chrafft dardurch verlorn oder sonnst ausgearbaite wolbekhanndte
fromme leüth sein, unnd an denen es wolangelegt, unnderhalten unnd denselben nit
mer weibspersonen unnd ehehalten zuegeordnet unnd auch im spital erhalten, als allain
wievil mann derselben zur hausarbait unnd den krannckhen zum warten bedürfftig, soll
er demnach darauf gedenckhen, das es also bey [53v] angeregter ordnung bleib, unnd
nach absterben der yetzigen weibspersonen (ausserhalb was zur hauswierdtschafft unnd
der kranckhen ligerhafften mannspersonen wartt, vonnötten) verrer khain weibsperson
eingenomen werd, er soll auch die pfrienndt personen zu der forcht Gottes, unnd das
die Gotzdiennst durch die jenigen, so schwachait halber khünden, teglichen mit fleiß
unnd andacht besuecht werden, halten, sy zu ordenlicher comunion, auch fridlich unnd
ainig zuleben, darzue für die stiffter unnd volzieher angeregts spittals als weyllenndt
kayser Maximillian, den ersten, unnd kayser Ferdinannden etc. unnsern geliebtisten
voranherrn unnd herrn vattern, hochloblichister gedechtnus, derselben vorfordern unnd
nachkhumenden treulich unnd andechtigclich zu piten vermanen unnd weisen und khains
weegs gestatten, das sy in der wierdtsheüsern oder sonnst hin unnd wider umbschwaiffen
und liederlichen sachen nachgeen, sonnder wo er was ungebürlichs sieht oder erfart,
dasselb den negsten abstellen oder an unnsere camerräthe gelanngen lassen.
Weiter nachdem ernennts hof spital im statt Saggen alhie auch ain mad ligen unnd jerlich
die nutzung davon hat, soll demnach er, Lefin, dieselb nutzung jerlich mit allem fleiß
einheyen unnd mit des spithals küen verezen. [54r]
Er soll auch das gestifft jerlich deputat sambt anndern des spitals habennden zinnsen, zu
rechter gebürennder zeit ersuechen, erfordern, einnemmen unnd empfahen, darumben
wie sich gebürt quittiern unnd dasselb auch annders gelt, so etwo dem spittal in annder
weeg zuesteen mechte, allain zu des spita[l] nutz unnd notturfften gebrauchen und ins
gelt zu sein selbs vortl khains wegs greiffen, auch one vorwissen unnd willen gedachter
unnserer camerrethe, ainich haubtgueth nit ab- oder auffordern.
Darzue die sumer- unnd windterwein zu des spittals notturfften guet unnd gerecht,
auch zu rechter monats unnd solcher zeit erkhauffen, wann die selben am ringisten und
wolfailisten zubekhomen sein, dieselben auch, wann der weeg guet unnd das fuerlon in
ain geringen gelt, heraus füeren lassen unnd hernach mit dem füllen versorgen, das daran
khain schaden beschehe, item er soll auch alles das jenig getraidt unnd schmalz, so mann
zu dem spittal bedürfftig ist, yederzeit, da solches am gerechtisten zu bekhomen, gerecht
unnd guet miteinannder unnd nit ain stär oder pfundt nach dem anndern gleichsfals das
fleisch, so mann wochenlichen bedürfftig, an der fleischpannckh alhie unnd khainen
überfluß nemen unnd sonnderlichen zu herbsts zeiten gueten fleis gebrauchen, das er
[54v] albegen ainen gueten grossen oxen, ebnergestalt das schweinenfleisch zu der zeit,
wann mann die schwein auf faillen kauff hieheer bringt, aufs wölflist so ime müglichen,
auch das innslit erkhauffen. Sovil dann der pfrienndtner unnd pfrienndtnerin notdurfftige
beclaidung belanngt, darzue soll er das tuech yederzeit in den Haller märckhten guet,
gerecht unnd aufs wölflist zubekhumen fleiß haben unnd den pfrienndtnern zum nuzisten
anschneiden unnd machen lassen.
So soll er die vassten speiß ebensfals guet unnd in geringem werdt zur hanndt bringen,
auch versorgen unnd verwarn, auf das daran nicht zu verlurst khomme, auch solle er die
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
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- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin