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536 III.2 Tirol: Hall/Tirol – Bürgerspital (Edition Nr. 22–26)
hat ain ersamer rat abprochn. Item wann die khnecht und mader im sumer auf dem veld
arbaiten, so geb man in zu der suppen ain drunckh, ungeverlich ain viertl wein. Und den
schnitern ye zuzeiten auch ain drunckh wein nach glegenhait ires fleiß und arbait. [8r]
Item wann man den Kiechlannger heigt, pacht man kuechl von aim stär waizenmell den
eehalten und armen khindern unnd ain paceydn wein; das gschicht ain mal im jar.
Item die hauskhnecht, wann sy im markht die wein hietn, gibt man in ain hietmal und
ain paceydn wein.
Item am Fasnacht unnd Martinstag gibt man in auch ain paceydn wein. Item zu den
Weihnechten und Ostern allmall umb acht kreuzer weisprot auf den tisch. Item in der
khinderstubm auch sovil prot. Item in der bruederstubn umb vier kreuzer prot. Auf die
schuel wie vorgemelt umb zwen kreuzer prot. Item yedem eehalten all Sambstag siben
kuechl. Unnd den armen leutn in die bruederstubm auch. Die zwen essn sy zu mittag
unnd die fünf zu der nacht. Item der khinder seind diser zeit uberall achtzehen personen.
[8v]
[17.] Mesner
Sannd Niclausn kirchn gibt man, wann ain gstiffter jartag im spital ist, ain maß wein
unnd sechs fierer furs prot. Zu Weihnechten ain kaß und ain maß wein. Item von den
abgestorbnen personen aus dem spital gibt man dem pfarrer, mesner unnd todtngraber
albegn yedem drey kreuzer davon unnd dem todtngraber zu den drey kreuzern ain maß
wein und ain laib prot, sunst nichts.
[18.] Phanhauser eerunngen
Item wann die phannhauser ain muessalz ins spital tragen, so gibt man in ain laib prot,
ain stuckh käß, ain maß wein unnd an der Martinsnacht ain schussl milch unnd zwen
laib prot und ain stuckh käß, zwo maß wein und an der erstn knöpflsnacht gleich soviel.
Item wann man den phanhausschafern, schmidtmaister und arbaitern, ir aindlifn, das mal
im spital gibt, soll inen fünf paceyden wein darzue und nit mer fürohin gegebn werden.
[9r] Dem Christl Krepler auch ain käß, ain maß wein und ain laib prot.
Item dem herrn salzmair gibt man jerlichn zu sanndt Martinstag ain gannß; item aim
yeden herrn im ambt ain gannß. Item dem Scheiben Michel ain gannß; mer zu den
Weihnechten, dem herrn salzmair ain phundt pfeffer, dem hallschreiber ain phundt
pfeffer unnd den drey ambtherrn aim yedn ain halbs phundt pfeffer.
[19.] Aufleger
Item wann man die prockhen fuert, so geba man den auflegern von wegen ihres ladens
zway viertl wein.
[20.] Prunenmaister
[9v] Item der prünenmaister, wann er rer port unnd die wintling haimb tragt, begert er ain
viertl wein, käß und prot. Das geschicht zwaymal im jar, sol im pleiben.
Item mer begert er ain käß, den gibt man im zu Weihnechten. Item die, so die kruckhn,
pleter unnd schaufl bringen, den geb man zu essn, zway maß wein unnd den rossen hey
unnd strey und khain fudter. Item den Christl Kepler, wann er die krückhn, pleter und
schaufln abzolt, so ist man im schuldig ain maß wein, käß unnd prot. Item dem Hanns
Fleischhackher, schirger im phanhauß, gibt man zu Weichnechten erung ain käß, ain laib
prot und ain maß wein.
[21.] Der hanndtwerchsleut eerungen
Erstlichem dem schuester, wann er im spital arbait, sol man furonhin all tag ain maß wein
a Über der Zeile nachgetragen.
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin