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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Seite - 579 -
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Seite - 579 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2

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IV.3 Salzburg: Salzburg (Stadt) – Bürgerspital, Bruderhaus und Leprosenhaus (Edition Nr. 31–35) 579 unnd wolfart aller benefactorn unnd guetthätter fünffzechen vatter unnßer unnd sovil ennglischer grueß sambt einem christlichen glauben andechtigist zu betten. [3.] Zum dritten, die Sonn- oder feyrtäg daran beweglicher ursachen halber inen die patres Augustiny kheinn meesß in irer capellen verrichten künnden, mögen sie bemelter herrn vätter khürchen sambtlich miteinannder haimbsuechen, daselbsten der ersten oder anndern mesß andechtig beiwohnnen, so offt sie sich aber bei dißem oder anndern gottsdiennsten befünnden, sollen und miesßen sie sich unndter anndere perschonnen nit einmischen, sonder ann ainem ainsammen orth beieinannder verbleiben. [4.] Zum viertten, der haußvatter soll guetts für- unnd aufßechen halten, das ein jedes auf das wennigist mit einnem petter oder roßenkhrannz versechen sei, dennselben recht unnd mit andacht zu betten, die unerfahrnen werden von irem beüchtvatter underricht begern und empfachen, auch nit wenniger zur merung der gottsforcht, solle man innen, wie vorhero gebreüchig, alle feyrabent das h(eilige) evangellium des negstkhommenden Son- oder feyrtag vorleßen. [5.] Zum fünnften, dem haußvatter ligt auch ob, daß die khürchen rainn und sauber, die altartüecher, albmen und anndere zue dem gottsdiennst gehörende sachen auf daß vleisßigist waschen und gerainigt erfunden werden, die schlüssel aber, so zu der sacristey gehörig, soll er jederzeit in guetter sorg und bewarnus halten, wan aber nun ein prüesster khombt, der da meesß zuleßen begeren thuet, soll er gemelt schlüsßl dem haußkhnecht geben, daß er aufspöre. Den altar mit allerhanndt notwendigkheit unnd zuegehör versehen unnd von ime, den haußkhn(ech)t, nit vonn einem siechen, zueberait werde. [6.] Zum sechsten die beücht unnd communion betröffennd sollen all und jede haußkhünder auf das wennigist zu dem össterlichen vesst, zu denn vier Quatembern sich gottseeligkhlich einstellen, wögen des allmoßen, so innen ertailt würdt, wie sie dann von alttershero vermig eines ewigen stüfftbrüefs fünffmall ohne die össterliche zeit, im jar zu beüchten gepflegt haben. [7.] Zum sibennden, allerläy zannckh, hader, uneinigkheit, vilweniger feünndtschafft solle zum wennigisten nit geduldet werden, auch dergleichen aufwiglerische ungehorsame persohnnen mit dem ernst gestrafft sein, nit wenniger, wo sie die straff nit mit geduldt annemmen und sich daran emendirn und bösßern würden, von dem hauß als unsträfflich gar hinwöckh geschafft und gestosßen werden. [8.] Zum achten, soll sich auch der haußvatter befleisßen unnd in allweeg darob sein, daß die hauskhünnder, alß offt innen ein allmoßen mitgethailt würdt, sich dankhbarlich erzaigen, im röden, geberten und ihrer claidunng einzogen, alß armen leüthen zuestehet erweisen, da aber aines oder das annder yber daß allmoßen muren solt oder gar da Gott vorsezlich mit scheltwortten verlautten liesße, sollen solliche perschonnen dem siechenmaister durch den hausvatter angezaigt werden, wellicher die straff bis sie genuegthueunng ervolgen würdt lasßen. [9.] Zum neünnten, khein lödige siechin, auch anndere schwangere perschonnen, noch vilweniger der ursachen verdächtliche leüth sollen in dem hauß über ain- oder mehr nächt nit unndterschlaipf suechen oder behalten werden. [10.] Zum zechenndten, daß in dem haus ain oder mehr persohnnen khranckh und ligerhafft werden, soll der haußvatter aus dem gesünndt ettliche verordnen, so dergleichen khrannckhen aufwarten und obacht halten, wovern sich aber solliches christliche und negstliebennde werckh zuverrichten ettlich waigerten, sollen sie hierzue gezwunngen und irer halßstärigkhait halber mit ernst gestrafft werden.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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