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VI.9 Steiermark: Leoben – Bürgerspital (Edition Nr. 66–67) 693
Dann die jährliche ehrungen von dennen undterthannen vermüg des stüfft registers, [/]
Dem spitallambtmann würdet auch von jedweder inventur oder schäzung sein gebühr
geben 1 fl. 4 xr.,
Desgleichen hat jeder herr stattschreiber, von dennen spitall undterthannen zu haben, alß
vor schreibung eines khauffbrieffs ohne des pargament 1 fl. 4 xr.,
Vor einen heyraths contract auf pargament 1 fl.,
Oder auf papier in duplo 1 fl.,
Vor ein geburthsbrieff ohne des pargament, so absonnders zubezallen, 1 fl. 4 xr.,
Vor eine pettzedl 2 xr.,
Inventur unnd schreibtax von jeden hundert, was geschäzt würdet, 1 fl.,
Schreiber bibal nach ansechen des vermügen und müehewaltung von 4 ß. biß 1 fl. 4 ß.,
[/]
Insimili würdet dem stattschreiber des jahrs zu heyl(igen) zeiten alß etwann zu
Weinachten, Osstern oder Pfingsten, jedoch des jahr ainmall zu verstehen, ain khelbernes
viertl fleisch gegeben,
[7.] Dahingegen hat herr spitlmaister nachvolgende verrichtung bey dem spitall alß
nemblichen wochentlich zwaymall alß Mitwoch unnd Sambstags zugehen unnd daß
gehörige vor die spitaller hervor zu geben,
Item so offt mann bey dem spitall abwündet, demselben beyzuwohnnen, daß gethraidt
in cassten zu nemben unnd sonnsten bey dennen arbeithern auf dennen grundtstükhern
fleisßig zuezusechen,
Ingleichen guette obsicht zutragen, daß der spitall weingartten unnd anders woll
gearbeithet und bestrithen werde,
Desgleichen wann ein spitaller, mann- oder weibspersohnn stürbt, daß sogleich herr
spitlmaister dessen truchen unnd sachen visitiere unnd dem schlüsßl zu sich nembe, [/]
[8.] Fehrers hat selbiger genau aufzusechen unnd obacht zu geben, daß was dennen
spitallern in ainen und andern hervor gegeben würdet, daß selbe jeden thaill richtig
zuegestelt werde, auch die mayrleith hiervon nichts entziechen lasße,
Item wann ein hey(liges) allmussen in gelt, brodt, fleisch oder andern sachen zum spitall
einkhombt, daß solches dem spitlmaister angesagt und vorgewüssen, auch von ihme, nit
aber durch die mayrleith dennen spitallern außgethailt werde,
Wann herr spitlmeister ainen wein oder gethraidt vor sich selbst von spitall in khauff
nemben will, soll er solches mit verwüsßen des geordneten spitall inspectorn umb einen
billichen werth annemben,
Wann daß inßlet zum kherzen machen herauß geben würdet, soll selbiges sambt dem
dochtgarn herauß gewogen und volgents die gemachte kherzen widerumb eingewogen
werden,
Des gleichen ist daß garn, so dem weber in die arbeith gegeben würdet, hervor und
nachgehents die leinwath widerumb abzuwegen und zu messen, welches auch mit dem
hannaff beym prechlen und dem thraidt garn zu observiren, [/]
Die frembde leith yber ain oder zway, hegstens drey nacht nit zubeherbigen, auch
niemandt einen dobäckh zutrinckhen zulasßen unnd auf daß feyr durch die mayrleith
unnd andere spitaller genaue obsicht zuhaben, auch die rauchfänkh rechter zeit kheren
zulasßen,
Dennen kranckhen spitallern, so die ord(inar)i cöst nicht geniesßen khünen, etwaß
anders von speisßen zugeben unndt die bestelte khranckhenwartherin auf sye fleisßig acht
haben zu lasßen unnd dieselbe kranckhligende mit guetten haußmitl zu versechen,
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin