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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Seite - 731 -
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Seite - 731 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2

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VII.1 Oberösterreich: Repräsentation und Kammer – (Edition Nr. 78–88) 731 [2.] Zum anderen werden das jahr auf jede persohn fünff mezen korn geben, dasselb traidt soll spidlmaister auf ainmal alles fleiß und zimblich woll, damit man desto besser gelangen kan, außmallen lasßen, und wann daß beschehen, soll er solches mell im spittall in ainer melltruchen, darzue ihme aine geben werden soll, verwahren, und allwegen, wanns vonnöthen, die nothdurfft zum pachen, welches in mangl aines spittall weib anfangs des Zacharias Leosinger, pecken zu Kefermarckt lehr bueb, den ihre gnaden daß pecken handwerck bey herra lehrnen lassen, [/] im spittall ofen verrichten mueß, herfür geben unnd weill sie ihnen ain schweindl können aufziehen, von dem sie auch ihr suppen besßern mögen, so soll er, spittlmaister, dahin bedacht seyn, das sie die kleiben, so von obbemelten trayd außgemallen werden, neben den abwaschtranck also ertragen, damit sie solche nit mit haufen verschwenden und hernach nichts haben. [3.] Zum driten wird durchs jahr täglich auf jede persohn ain halbe milch gewilligt, dieselb soll aintweders zu hoff im Kefermarckt oder sonsten bey ainen baurn von ainer persohn im spittall auf einen rabisch genohmen, hernach von spidlmaister alle Quatember bezalt werden. [4.] Und will auch zum vierten jedem spittaller alle tag durchs jahr ain seitl pier soll geraicht werden, so mueß spittlmaister demnach dahin bedacht seyn, das aintweders solches täglich bey dem würthen im Kefermarckt auf unterschiedliche rabwisch von ainen spittaller genohmen oder aber, da er solches in fäßl eimer weiß einziehen wurde, auf dasselbig also achtung geben, damit es dem deputat nach erklecke und nit auf ainmahl und vor der zeit verzehrt werde. [5.] Zum fünfften soll spidlmaister achtung geben, dieweill auf jede persohn daß jahr ain viertl waiz [/] und ain viertl gersten zum schroden, wie auch kraut und rueben auf sie ain gebiehrliche nothdurfft soll geben werden, daß sie solche sachen nit verschwenden, sondern also antragen, damit sie durchs jahr ain außkommen haben können. Weill auch den spittallern neben anhendigung ainer pixen befolchen ist, daß sie die fürräissenden persohnen um allmosen bitten und ansprechen mügen, so soll spidlmaister demnach zu ermelter pixen den schlisßl bey ihm behalten und, waß sie alle viertl jahr darein bekommen, daselbig wo nit in beyseyn des pflegers, daran er in allwegen zu bestimbter zeit an mannen soll, doch sonsten aines richter oder ehrlichen burgers mann im Kefermarckt und der spittäller zöhlen, hernach fleissig einschreiben, damit ihnen solches geld reverendo um schuech und andere nothdurfft kan angewendt werden. [/] Ordnung, wie sich im leben und wandel die spittäller verhalten sollen Vorbemelter spidlmaister soll bey den spittallern alles ernst drob und dran seyn, wie er dann alle wochen aufs wenigist zway oder dreymall zu ihnen sehen mueß, das sie alle morgen, wann sie aufgestanden, in ihr stuben zusammen kommen, hernach solle ainer, welcher am besten betten kan, vorbetten und ihme die andern nachsprechen oder zugleich alle miteinander kniender betten: Gott, dem allmechtigen, loben und preisen, fürnehmblich aber sollen sie für ihr gnaden und alle die ihrigen, als welche dises spittall für sie und andere arme leuth erbaut, sie auch drein aufgenohmen, dem lieben Gott umb langwierige beständige gesundheit, auch alle zeitlich und ewige wolfarth ganz embsig bitten, benebens sich zichtig und christlich halten, des scheltens, fluechen und schweren ganz und gahr enthalten, niemands übel oder erstlich nachreden noch unnuz geschwäz treiben, auch miteinander nit zanken und greinen, sondern fridlich und brüederlich miteinander leben, daneben auch an Sonn- und feyrtägen, wie auch zum wochengebett fleissig in die kirchen a Name fehlt.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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