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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Seite - 755 -
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VII.2 Oberösterreich: Eferding – Herrschaftspital (Edition Nr. 89–97) 755 [2.10] Zehentens haben die spitäler, welche zur arbeit noch tauglich und bey nachstehenden arbeiten mithelffen müssen, als in aufrichtung deren scheittern in dem holzstadel und herrschaft(lichen) freyhause, im Spitzgarten, in heügen und graimat-maad, bei dem einführen des schwären getrayds, in denen oessen und auf den wägen, in linnß, gersten und haber zehend aufheügen, in pflanzen sezen, kraut abwürmen, in meerer graben und haken, in rueben häppen, schällen und hächeln, in der kraut arbeit, in s(alva) v(enia) schwein- und kühe hütten, in ackern, eggen und zuscharren, in ruben und brein hütten; auch die, so oft es die noth erforderet, daß wegen üblen wetters oder anderen zufällen eine arbeit (um schaden zu verhütten) beschleiniget werden solle, allezeit auf anschaffung des [/] spital verwalters hiezu erscheinen müssen, alle halbe täge jede person ein stuk brod und alle werktäge in der frühe eine sauere suppe, der kühe hütter jähr(lich) einen laib, der s(alva) v(enia) schweinhütter aber das jahr hindurch zwey laib brod. [2.11] Eilftens die kleidung deren spitälern betreffend, so überkommen die mannspersonnen alle dritte jahr am Neüen jahrstage einen weiß und blau melirten tüchernen rock, mit roth tüchernen aufschlägeln, gelb messingenen knöpfen, mit silberfarb ungeblaichter leinwat gefüttert, kalbsfellene ungefärbte hosen und einen hut, item alle dritte jahre ein blau melirt tüchernes kamisol mit falten und roth tüchernen aufschlägeln mit obigen knöpfen und unterfutter, weis und blau melirte soken, ein paar schuhe und die schnallen. Die weibspersonen alle dritte jahre ein weis und blau melirtes tüchernes corset mit rothtüchernen aufschlägeln, einem pöyernen unterrok von gleicher farbe und ein braun zeügenes mieder, ingleichen alle dritte jahre ein weis und blau melirt poyernes corset mit rothen aufschlägeln, eine braune haube mit tribsammeten vorschuß, weis und blau melirte soken und ein paar schuhe mit denen schnallen. Es werden auch die spitäler durch apotheker und baader mit der nöthigen medicin auf unkosten des spital stifts versehen und ein verstorbener in dem spital gottesaker durch den dasigen herrn beneficiaten zur erde bestättiget, wie dan auch für die abgestorbene spitäler alle monat eine hei(lige) seel-meß gelesen wird, falls sich nun begibt, daß ein verstorbener spitäler ein gelde unterlasst, worüber in lebzeiten keine leztwillige disposition gemacht worden, so mit vorwissen des spitalverwalters geschehen soll und gemeiniglich ad pia legata verwilliget wird, so wird für die abgeleibte seele eine oder andere hei(lige) meeß gelesen. Das übrige aber dem spitale verrechnet, welches jederzeit die vogtherrschaft resolviren wird. Das bette mit ein paar leylachen kommt ebenfalls zu dem spitale, die in die krankenzimmer appliciret werden. Die übrige fahrnuß aber, ohne der truchen (so zu zeiten das spital behaltet), wird unter die spitäler vermög gegebenen loos vertheilet, hingegen [2.12] zwölftens sind die spitäler auch schuldig, nachstehende obliegenheiten zu verrichten, nämlich [3.] schuldigkeiten deren spitälern Bey dem täglich in der spitalkirche haltenden hei(ligen) meeß opfer und gestifteten jahrtägen, dan denen monat(lichen) hei(ligen) seelmeessen [in] ihren eigenen stühlen zu erscheinen, wie auch jährlich viermale, [/] als am feste des süssen namen Jesu, am ersten Sonntag nach Ostern, am hei(ligen) dreyfaltigkeit Sonntage und rosenkranz feste, dem herrn beneficiaten dieses spital stifts als ihrem bestellten seelsorger und pfarrherrn ihre beichte abzulegen und das hei(lige) sakrament des altars zu empfangen. [3.1] Dreyzehentens seynd selbe auch verbunden, ihr ordinari frühe und abend
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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