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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Seite - 765 -
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VII.2 Oberösterreich: Eferding – Herrschaftspital (Edition Nr. 89–97) 765 angewiesen, so daß in wichtigen sachen ohne dessen berathschlagung oder abzugebender gutächtlicher meinung und einverständniß nichts geschehen soll. [1.11] 11tens Damit aber auch der pfleger wissen möge, wie alles bei diesem spital von unfürdenklichen jahren her beobachtet worden und bei veränderten umständen auch künftighin beobachtet werden muß, als wird ihm hiermit zur wissenschaft und genauester nachachtung mitgegeben, daß die anzahl deren spitälern jederzeit, wie bisher, in 24 persohnen bestehe, nämlich 12 manns- und 12 weibspersonen, bei deren aufnahme hauptsächlich dahin zu sehen ist, daß die anhaltende person des werks der barmherzigkeit wegen ihrem alter, leibsgebrechen, müheseligkeit und armuth bedürftig sei und daß sie besondere verdienste habe, worauf eine zeitliche [/] vogtherrschaft ihr augenmerk zu nehmen hat, wie dann auch die eigene spital unterthannen allen fremden, wenn keine andere ursachen vorhanden sind, vorgezohen werden sollen. Die verpflegung der spitäler ist folgende und genau zu beobachten: a) Alle Samtäge haben die spitäler und mairleute zweimal rindfleisch, Montags aber, Dienstags, Mittwoch und Donnerstags nur zu mittag, jedwede person ½ lb. b) Freitags, Samstags und andere fasttäge zu mittag entweder gries oder mehlkoch, hirschbrey, gerste, erbsen, gedörrtes obst oder ofenweckel, womit nämlich allenthalben eine abwechslung zu treffen ist und werden zu dem mehlkoch genommen 2 mässel, zu dem grieskoch 1½ mässel brey, gerste und erbsen 1 massel und 1 schöpflöffel voll. Zu den ofenweckeln 4½ massel mehl und um 2 xr. germ, auch zu jeder speise ¾ lb. schmalz, gedörrtes obst 4 massel. c) Alle Quatember Mittwoch ein schmalzkoch, darzu 5 gupfte mässel gries und 4 lb. butter kommen. d) So an einem feiertag ein fasttag einfällt entweder einen brey oder ofenweckel mit obiger masserei. e) Zu nachts ausser des Sonntags eine sauersuppe. f) Am s(ank)t Martinstage jedem der spitäler und mairleute 2 lb. schweinenes brätl, worzu allezeit 3 frischling gemästet werden, auch wird ihnen gedörrtes obst zur dämpfsuppe und jedem um 1 xr. semel gegeben, zu der dämpfsuppe werden abgegeben 2 massel spältel oder zwespen. In ermanglung dessen wird um 7 xr. schwarzer lebzelter erkaufet. g) Das Faschingmahl wird gehalten und ihnen gereichet, wie zu Martini. Absonderlich aber am Faschintage neben dem gewöhnlichen mittag das nacht- und rindfleisch, das Faschingmahl wird 8 tä[/]ge vor dem Faschingsonntag gehalten. h) Am Ostertag, Pfingsten und Weihnachten jedem zu mittag nebst der gewöhnlichen kost 3 stücke kälbernes brätl und einer brust (worzu zu der fülle vom spital 50 eier genommen werden), nierren und ruckbrätl von 2 kälbern, so die unterthannen wechselweise dienen müssen, die dafür 1 stück brod bekommen und am gelde 1 fl. 30 xr. An diesen tägen und am Neuen jahrstag auf die nacht frisches rindfleisch und gekochtes kälbernes fleisch. Fällt aber der Weihnachtstag und das neue jahr auf einen Sonntag oder auch der Stephans oder Johannstag an einem Sonntag, so wird ihnen das nachtrindfleisch auf einen andern tag in der woche aufbehalten. i) Am hei(ligen) abend vor Weihnachten und am Charfreitag zu mittag fische oder gemeiniglich jeder person 4 xr. Item kraut und erbsen auf die nacht, aber 3 massel gedörrtes und am heiligen Weihnacht abend jeder person (auch deren mairleuten) 12 aepfel und 4 böck nuß. h) Eben der mairleuten und spitälern wochentlich einen laib brod, der ausgebackener 16 lb. haben muß.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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