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780 VII.3 Oberösterreich: Freistadt – Bürgerspital (Edition Nr. 98–103)
geraicht, gefüehrth werden solle, es sey dann, da man ainem oder andern mit fuehrn, zum
anpauen, fechßnen und anderer arbeith auf wider hülff helffen thete, sonsten solle mit
denen rossen, da man anderst vor der arbeit khann, auf der strasß mit güettern, salz oder
pier umb den lohn gefahren und das fuehrlohn ordenlich verraith werden. Zu deme ende
er, spitlverwalter, auf jede raiß nach Lünz oder Mauthausen zu dem wochentlichen fuetter
drey viertl habern mehrers und den khnechten, da deren zween, für alles zur zehrung
(ausser des andern uncosten, da ainer außgelegt werden müesste) ain gulden zugeben.
Sonsten hat er auf die vier rosß, wann sy bey hauß verbleiben für wochentliches fueter
zween und [/] zway viertl mezen habern zu drey halb massen zuraichen; damit man auch
mit den fuehrn nit gesaumbt werde, er, spitlverwalter, mit zween gueten wägen sich
allezeit zuversechen und, was an jezo manglet, machen zulassen.
[7.] Damit sibenten wegen gemainer statt fuehrn und entlehnete rosß das spital auch
etwas habe, will der rath den von herrn Stänglen übernombenen Lemperschwanz in
ackhern und wißmadt zugebrauchen, doch so lanngs demselben gefällig, dahin verlassen
haben, also das sie jerlich mehrer nit dan dreyssig mezen gersten zu drey halb massen
gemainer [/] statt geben und der übrig bstandt nachgesechen sein solle.
[8.] Achten ist dem spitlverwalter und mayr verbotten, ainziges grundtstuekch von
äckhern, wißmadt oder änngern im bstandt oder sonsten fexnen zulassen (ausser der
vorher beygelegten spitlgründts verzaichnus) was berait zuverlassen geschlossen ist, wie
er, spitlverwalter, auch ainzige fueterey verkhauffen oder sonsten, wer der auch seye,
hinweckh geben (so ganz abgeschnitten). Vill weniger dem mayr das aller geringste
zuverallienirn gestatten, da aber übrige fueterey verhanden, solliche mit vorwissen und [/]
bewilligung jezig- oder khonfftigen burgermaisters, die verkhauffung beschechen solle. Zu
dem ende dahin zugedenckhen, damit man zu cassten und stadl allezeit auf ain jahr mit
vorrath versechen seye.
[9.] Weillen bisher zum neündten mit dem spitall mallter und brodtpachen schlechte
wirtschafft gehalten worden, solle jeziger und khonfftige spitlverwalter den peckhen, so
für die spitaller das brodt pächt, das korn an dem cassten zuemessen und ist er, peckh,
schuldig für den mutt zweenundvierzig strich mell abzubachen und für jeden strich
sibenzig pfundt schön und woll außgebachnes brodt [/] zulüfern, darfür ime, peckhen,
von dem muth fünff gulden abzubachen unnd dem müllner für jeden mutt ain gulden
vier schilling mallerlohn und sonst nichts gegeben, herentgegen die khleiben für die
r(everen)do schwein zum spitall genomben werden sollen.
[10.] Sovil zechent das einfechßnen betrifft solle des spitalls pautraidt, besonnder die
zechendt, auch sonderlich gelegt, außgetroschen unnd, was jedes absonderlich ertregt,
also verraith werden, wie dan spitlverwalter sich allezeit bey dem herrn burgermaister
anzumelden hat, der alßdann zu der masß neben dem geschwornen abmesser jemandts
verordnen [/] wirdet, auf das jeder thaill, wievil des traidts ist, gleichlauttende
specification haben khann; dem abmesser ist spitlverwalter zugeben nichts schuldig,
sondern weillen deren zween solls ainer umb den andern ohne bezallung zu verrichten
verbunden sein, da sye sich verwaigern, hat er sich bey ermelten herrn burgermaister,
weill sonsten khein inspector gesezt wirdet, umb hülff anzumelden. So soll er,
spitlverwalter, auch weillen man vier rosß hält, die zechendt (ausser Schönau) auf den
veldt alle fexnen und, wie gemeldt, besonnder zusamben fuehren lassen. Zu den madt-
und schmidtszeitten, [/] da man tagwercher vonnöthen hat, solle spitlverwalter zu der
dör (zumallen die cosst ganz abgeschnitten) des tags mehrers nit alß zechen khreüzer zu
lohn bezallen, da er an tagwerchern manngl den herrn stattrichter wegen des gerichts
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin