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802 VII.3 Oberösterreich: Freistadt – Bürgerspital (Edition Nr. 98–103)
Und vor die spitäller zum täglichen gebrauch allerhöchstens biß drey centen salz mit
nichten aber mehrers verwilliget, khan aber hier[/]ohrts mit guetten gewissen etwas
erwirthschafftet werden, hat verwalter seine schuldigkheit zu beobachten und denen
spitallern in den verhandtenen salz zimenth, solches wochentlich abzufolgen.
Yber hievor beschribene speiss notturfften umkhombet, auch der jährliche lohn in geldt
benantlichen.
Dem mayr und seinen weib des jahrs hindurch besoldung 22 fl., darangebgelt 1 fl. 20 xr.
und vor die s(alva) v(enia) schuech 3 fl. zusamben 26 fl. 20 xr.,
dem rossknecht lohn 13 fl. stüffl et schuechgelt 2 fl. und darangebgelt 15 xr. s(un)t 15 fl.
15 xr.,
dem grossen oxenknecht lohn 13 fl., auf schuech 1 fl., drangelt 15 xr. s(un)t 14 fl. 15 xr.,
dem anderen oxenkhnecht lohn 12 fl., auf schuech 1 fl., drangelt 15 xr. s(un)t 13 fl. 15
xr.,
dem kleinnern knecht oder menner lohn 8 fl., schuech 1 fl., drangeldt 15 xr. s(un)t 9 fl.
15 xr.,
dem huetter lohn 4 fl. 30 xr. schuech 1 fl., drangeldt 15 xr. s(un)t 5 fl. 45 xr.,
beeden mayr diernern jeder 6½ fl., schuechgelt 2 fl. und drangebgeldt jeder 15 xr. s(un) t
15 fl. 30 xr., [/]
und schlüesslichen der spitall köchin lohn 6 fl., schuech 1 fl. und drangeldt 15 xr. s(un) t
7 fl. 15 xr.
Summa der jährlichen besoldung 106 fl. 50 xr.
Mit diser jährlichen besoldung und dargab soll er, der jezig und khünfftige mayr, sein
weib und gesindt sich daß jahr hindurch contentiren lassen, herentgegen seindt sye
schuldig, dem spitall verwalter, auch dem herrn burgermaister oder da sonsten jemandts
von rath aus verordnet wurde, schuldigen gehorsamb zu leisten, des spitalls nutzung
zubefördern, nachtl und schadten, sovill sye khönnen und mögen, zu wendten und
anderwehrts weeder im getraydt noch sonsten nicht daß geringste an sich ziehen, da
aber er, mayr, oder daß gesindt etwas verunthreuen oder verwahrlosen wuerden, der
guettmachung oder scharpffen leibs bestraffung zugewartten haben, ihme, spitlverwalter,
für ihren obern und gebietter erkhennen, seinen befelch aufs threulichst nachkhomben,
wie dann er, spitlverwalter, befelcht, dem mayr und sein gesindt dahin anzuhalten, daß
sye einen fromben, ehrbahren wandl fihren, fleissig zur kürchen gehen und an Sonn- und
feyrtagen daß wortt Gottes anhören, der hey(ligen) [/] communion sich wenigstens im
jahr zweymahl zur öesterlichen zeit und zum fest portiunculae des hey(ligen) g(ene)ral
ablaas gebrauchen, deren ligerstatt solchergestalten im mayrhof dirigire, daß je 2 des
männlichen und 2 des weiblichen geschlechts in besonndern kammern oder ligerstätten
zu abschneidung aller sündlichen gelegenheiten beysamben schlaffen und hinführo in
dennen veltern und anderen gründten in allerley verrichtungen früeher als bishero
beschehen, nemblichen morgen zwischen 5 und 6, nachmittag umb 1 uhr, es seye mit der
zaug oder anderwehrts zu der arbeith greiffen sollen, widrigenfahls er sye der gebihr nach
in ainen oder anderen abzustraffen und, da es vonnöthen, dem herrn burgermaister umb
hilff und mehrers einsehen anzurueffen hat.
Betreffent daß getraydt, so allezeit im einfihren auf den thennen im ablähren ausreiset,
weill darmit, wofehrn solches dem mayr gelassen werden solte, mit fleis gröber
umbgegangen und mehr reystraydt verursacht werden mechte, als solle solches durch dem
verwalter dem spitall ordentlich per empfang verrechnet und hiervon dem mayr mehrers
nicht als 6/4 tl. khorn, welche sich zu abferttigung der armben leithen beym mayrhof
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin