Seite - 806 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Bild der Seite - 806 -
Text der Seite - 806 -
806 VII.3 Oberösterreich: Freistadt – Bürgerspital (Edition Nr. 98–103)
[17.] 17. Ist dem spitallverwalter und mayr verbotten einiches grundtstuckh von
äckhern, wißmathen oder ängern weeder vill noch wenig bey straff weeder umb bestandt
oder sonsten fexnen zulassen, sondern da einiche änger neben dennen pointen wie auf
der Froschau verhandten und ohne schadten des spitall lueder groß geschehen khann,
wann [/] anderst selbe brauchbahr und nicht nass zuersagten pointen zuegrissen werden,
massen auf ohnnöttig praitten rainnen nur vill gehesteig gezüglet werden, zumallen die
ybrigen und außwendige gründt nunmehro ohne daß verkhaufft worden, wie ihme,
spitlverwalter, auch einiche fuetterey zuverkhauffen oder sonsten jemandten, wer der
auch seye, hinweckh zu geben ausser des herrn stattschreibers förtl heu und gersstroh,
wan anderst hierzue etwas übrigs verhandten ist, ganz abgeschniten, villweniger dem
mayr daß allergeringste zu veralieniren gestattet werden solle, da aber etwas an ybriger
fuetterey über ainen nothdürfftigen unterhalt oder vorrath verhandten wehre, solle die
verkhauffung mit vorwissen und bewilligung der herrn burgermeisters beschehen, auch
das heu nirgents anderstwohin als in daß statt fourage magazin gegen paarer bezallung
abgefolgt und in dennen tradt jahren die Hertterwisen nicht mehr dem viechhalter
gelassen, sondern nachhauß geheuget werden, der besagte halter aber in tradtjahrs zeiten
bey denen herrn und burgern sich umb derley wisöhrtln bewerben solle, und vor allen
dahin gedacht werden, damit man zu casten und stadl allezeit auf ain jahr mit vorrath
versehen seye. [/]
[18.] 18vo Mann soll auch ausser des spitalls hienner, khain anders gfliglwerch
alda nicht halten, ingleichen khain frembtes viech weeder umb den nutzen, noch in
anderweeg nicht einstellen und also allerseiths dem spitall ainig fortl helffen gesuecht
nicht zuemessen.
[19.] 19no Der pöckh ist schuldig von mutt khorn 42 strich mell, von jeden 70 lb.
brodt, so schen und wohl außgebachen, auch recht gesalzen zulifern, darfür ihme für
den mutt abzupachen 2 fl. 30 xr. und dem müllner für jeden mutt 2 fl. mall lohn und
sonst nichts, herentgegen von jedem mutt 12 v(ier)tl kleyen für die r(everen)do schwein
und anders viech zum mayhof gegeben werden sollen, bey abgebung des brodts für die
spitaller soll dise ordtnung observirt werden, daß ain spitall verwalter dem peckhen eine
ordentliche specification der spittaller, wie auch, wan ains gestorben und widerumben
ein anders an die stöll khomben, ein zötl einhändige, damit man sothann mit der
verraittung eine sichere ordnung haben khönne, welche verraittung ebenfahls von herrn
burgermaister zu unterschreiben ist.
[20.] 20mo Auf dem fleischhackher, welcher das fleisch vor die armbe spittaller
abzugeben, hat verwalter [/] jedesmallen eine obsicht zutragen, damit selbe nicht allein
rechtes gewicht, sondern auch guettes fleisch, nicht aber anstatt oxen- khüefleisch
bekhomben, wie dann bey betrettung dessen der fleischhackher mit hilff herrn
burgermaisters ordentlich zur straff gezogen und noch darzue vona selben weithers
gegangen werden solle.
[21.] 21. Weillen bey einer alhiesigen ehrsamben burgerschafft bereits vor 9 jahren
mit deren burgerlichen praun pier preuen eine abänderung dergestalten vorgenomben
worden, daß ihnen selbe durch eine aufgerichte cassa alles abpreuen lasset, als khonte
bey solcher bewandtsamben dem burger spitall von seitten der burgerlichen praun pier
cassa diser besondere dienst und gefallen erwisen werden, das anstatt 2 emmer pier daß
spitall mit ende jahrs jedesmallen 1 mezen gerssten, es seye hernach solche wollfeill oder
a Über der Zeile nachgetragen.
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin