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836 VII.6 Oberösterreich: Mondsee – Bürgerspital (Edition Nr. 109–111)
VII.6 Oberösterreich: Mondsee – Bürgerspital (Edition Nr. 109–111)
Nr. 109
Instruktion für den Bürgerspital-Spitalmeister in Mondsee.
Mondsee, 1608 April 2
Archiv: OÖLA, StiftA Mondsee, Sch. 390/15 (mit Konzept)
Druck: aWecker, Mondsee 134f. (Auszug, Paraphrase).
Rückvermerk: Instruction für ainen spitlmaister des spitals zum h(eiligen) geist alhie zu
Männsee. Zusatz von anderer Hand: anno 1608.
Instruction, wessen sich ain spitlmaister des spitals zum heiligen geist alhie in Männsee
in ainem und anderm zuverhalten
[1.] Erstlichen und fürnemblich weilen vor allen dingen die ehr Gottes zubefürdern,
als solle ain jeder spitlmaister für sein persohn in besuechung der Gottesdienst embsig
und fleisßig sein, damit die pfriendter bei ime ain guet exempl zunemben, dann so solle er
mit ernst darob hallten, das alle pfriendter (welche bißhero in besuechung des gotsdiensts
gar nachlesßig gewest), so es leibs vermügenhait thun khünden, oder ohne nachtail
nothwendiger arbait, die doch dem spital zu guetem geschehen solle, täglich ain mesß
hören; alle Sambstag zu dem salve, so alain zu disem ende im spital gesungen würdet,
erscheinen und im jar öffter als ainmahl (fürnemblichen zue den vier hohen fessten)
beichten, communiciern; morgens vor und nach dem esßen, wie auch zu nachts mit
einander offentlich und laut bethen und also ainen Gott seeligen wandl füehren.
[2.] Zum andern solle ain spitlmaister verordnung thun, das in allen des spitals
zimbern, insonderhait der gemainen stuben, guete sauberkhait erhalten werden, darzue
neben anderm ain rauch von kronwidten nit undienstlich sein [/] würdet, auf das man
durch die bißher gespürte unsauberkhait nit etwo zu andern unglegenhaiten ursach gebe.
[3.] Dritens solle auch ain spitlmaister obacht hallten, damit sowol die pfriendter als
ehalten in polliticis oder weltlichen sich in und ausser des spitals fein, erbar, eingezogen,
fridlich und dermasßen erzaigen, das sich andere darob nit ergern, sich des fluechens,
greinens und anderer unzucht genzlich enthalten.
[4.] Fürs vierte würdet einem spitlmaister hiemit eingebunden, das er dahin sehe,
damit die pfriendter ir gebürliche underhaltung haben, inen auch das jhenige, was für sie
dargeben würdt, geraicht und sauber gekhocht werde, darzue dann das offter zuesehen
dienstlich ist.
[5.] Nachdeme auch zum fünfften dem spitlmaister ein inventari aller des spitals
sachen angehendigt worden, als sollte er für sich selbsten und bei den ehalten darob sein,
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin