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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
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906 VIII.7 Niederösterreich: Wiener Neustadt – Bürgerspital (Edition Nr. 136–142) Nr. 138 Instruktion für den Bürgerspital-Spitalmeister in Wiener Neustadt. Wiener Neustadt, sine dato [16. Jh.?] Archiv: StA Wiener Neustadt, Scrinium CXIV, Nr. 1/1, unfoliiert Rückvermerk: Spitlmaisters instruction. [1.] Gottesdienst und zucht Erstlich dieweil wir christen schuldig zubetten und Gott in allen nöthen anzuerueffen, ja betten müessen, wover wir anderst christen sein und Gottes huldt und gunst haben wöllen und entgegen alle gottslesterung, schwerung und unzucht vermeiden bey erschrökhlicher zeitlicher und ewiger straff Gottes, so wöllen wir [1.] erstlich das spitalmaister darob sey, damit die armen leüth sowol das dienstvolckh im spital die heiligen gottsdienst nit versaumben, sonderlich an feyrtagen vleissig zu der predig und ambt gehen, ir gebett verrichten, auch zu gebierlicher zeit, wann sie ir andacht vermahnet, andechtiglich cummunicirn, auch sonsten täglich abendts und morgens [/] vor und nach tisch vleißig miteinander ainhellig betten und durchauß alles fluechen, schweren, gottlestern, unzucht und trunkhenhait vermeiden; und welche persohn disem nit nachkhumen oder darwider thuen wirdt, der soll erstlich solches ernstlichen mit wortten verwisen, zum andern mit abbrechung der speiß, zum dritten mit gefenckhnuß gestrafft und da sie umb aines und das dritt nit geben, gar aus dem spital geschafft werden. Die spitlmaister sollen auch alles vermügens dahin geflißen sein, das die armen leüth nach deß spitals armen vermügen mit zimblicher ligerstatt versehen sein, ire petgewändt sauber gehalten, die leilach und ziechen zeitlich geseübert, sumbers zeiten jedem alle wochen, winders zeiten aber in vierzehen tagen ain neügewaschen paar leilach undergeben wirdt, beneben auch darob sein, das sich die armen leüth auch selbst sauber halten, damit das unzifer, reverender zuemelden die gwandleüß, nit under sie khumben und sollen derwegen ir aufmerckhen haben, daß ir khaines im gwandt lig, sondern sich zu nachts abziehen und morgens sauber wider anlegen. Wann sie das haar pürsten oder khämpln wöllen, aus der stuben an ein orth in hof gehen und überall das unziffer im spital nit nidersträhen sollen. [2.] Das mann fridlich leb und niemandts ausser dem spital lig Sie sollen auch auf alle des spitals dienstpotten [/] so wol die armen leüth, mann und weib, sein vleissig aufsehen haben, damit sie in guetter zucht, fridt und ainigkhait leben, ain jedes seinen dienst und berueff treulich auswarth und inen nit gestatten, das sie an ir vorwißen außer dem spital, sonderlich bey der nacht, bleiben unnd damit mann die übertretter wißen und straffen müge, so soll der mayr, oder wem die thorschlißl und das hauß auf- und zuezuschließen vertraut, alweeg ehe und zuvor ehr abendts zue und zu morgens aufsperrt, das gsindt zusamben fordern, das es dabei auch nachsehen in der armen gemach, wer anhaimbs oder nit, und dann die abweßendten dem spitlmaister anzaigen, die sollen den übertretter mit vermanen und gefenckhnus nach gelegenhait straffen, die so nit darumb geben, an die fürgesezten superindenten umb mehrere hilff und einsehung gelangen laßen. Spitlmaister soll auch darob sein, damit daß spital nächtlicher weil zeitlich (als windters zeiten umb siben uhr, sumers zeiten aber um acht uhr oder zur arbeit zeit wegen des mayr
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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