Seite - 909 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Bild der Seite - 909 -
Text der Seite - 909 -
VIII.7 Niederösterreich: Wiener Neustadt – Bürgerspital (Edition Nr. 136–142) 909
auch, was sie verlassen, das etwa der müehe werth, sonderlich petgewandt und leillachen,
aufbehalten, daß mans andern zubrauche; da es aber so schlecht, mit vorwißen der
supperintendenten, wie bißhero gebreüchig, under die armen austahillen [!], damit wann
über khurz oder lang disen persohnen oder irer verlaßung nachgefragt, man bericht haben
müge.
[10.] Traidt, walder und mehl fürgebung
Nachdem des spitals müll, die Hadermüll, der zeit Hannsen Witermayr, neben raichung
eines zinß verlaßen, das er alles getraidt zum spital nottürfftig umb sonsten ohna alle
mauth zu mallen schuldig, soll es also gehalten und andere müll geben werden. Er,
spitlmaister, soll aber darauf gedacht sein, damit das meell davon sambt den khleiben
jederzeit ordenlich geantwortt, derwegen da allezeit das traidt und meel durch
geschworne meßer auf und [/] ab gemeßen werden sollen. Damit aines so wol als das
ander spitlmaister in die raittung im empfang und außgab jedes under seiner raittung
einstellen khüne.
Er, spitlmaister, soll zum traidt und mehlkhasten die schlißln und niemandts andern,
wie bißhero beschehen, das leütgeb zum kheller, der mayr zum casten die schlißln gehabt
haben und alles nach der maß einnemben und außgeben, sonderlich daß mehl nit
nach pausch wie bißhero beschehen, sonder nach dem strich, der mayr oder pfister, da
mann einen halten wurde, zum pachen under die handt geben, damit sehen khüne, was
wochentlich oder quatemberlich aufgehet und für vorrath verhandten.
Unnd nachdem das spital ein groß anpau hat, wirdt er alles traidt, so vom stadl auf den
casten geantwortt wirdt, orndlich inventirn, auch was er jede wochen zu erhaltung der
armen leüth unnd viechs herab nimbt, aufschreiben und in seiner raittung einkhumben
laßen sollen.
[11.] Handtwercher
Spitlmaister soll alle Quatember, was es sein raittung gibt, die er dann auch geben soll,
mit dem fleischhackherb und handtwerchern ordenlich abraitten und, wo müglichen,
außzallen, wo nit, ire schuldt particular zu der raittung erlegen, damit das spitall nit, wie
zuvor in grossen [/] schulden last eingeführt, es soll auch spitlmaister ohn unser vorwißen
ainiche schuldt nit machen oder das wenigst ohn unserc nachgesezten supperintendenten
vom spitall versehen oder verkhauffen, das es beschehe, solle es an ime und seinen
güettern ersuecht werden.
[12.] Weingartbau
Deß spitals weingarten soll spitlmaister zu wenigisten zu einer jeden arbeith oder zaun
einmall, auch wann das grueben, erttragen und dergleichen extra ordinari arbeith
beschiecht, vleißig besichtigen, damit treulich gearbeit und alle vorthailligkhait verhüet
werde, da aber aus andern geschäfften der spitlmaister solches nit allezeit verrichten
khan, mechte er mit gemainer statt weingartkhnecht handlen, das wann er sonsten zu
dem weingartten siecht, auch des spitals weingartten besichtiget, damit wie die arbeith
verricht, er bericht haben und mit dem gellt außgeben darnach zurichten hab, auch sol
a Korr. aus umb.
b Folgt und, getilgt.
c Folgt oder, getilgt.
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin