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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Seite - 912 -
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Seite - 912 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2

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912 VIII.7 Niederösterreich: Wiener Neustadt – Bürgerspital (Edition Nr. 136–142) aufzaichnen, volgents in ein besonders particular nach rechter ordnung und gueten verstandt auch also einschreibe, damit diß sein handt register, schein unnd rabisch, so er darneben hat, glaubwierdig uberainstimbe und solches particular soll er alle Quatember für ainen ersamen rath oder zur raitcamer erlegen, wie auch dasselb alspald soll gerait werden. [3.] Der spitlmaister soll auch alles vermiegens dahin geflissen sein, damit die armen leüth nach des spitals armen vermügen mit zimblicher ligerstatt versehen seien. [4.] Und nachdeme imer schadthaffte und prechthafftige leüth in daß spital genomben werden, sol er den statt arzt, welcher sein wirt, dahin vermanen, daß er solche leüth zu gebierlichen zeit vindte und zu ihrem hail nichts versaumbe, auch die gebierliche leibs nottdurfft nach des armen spitals vermögen und geschaffenheit des patienten darraiche. [5.] Item sol spitlmaister dahin gedacht sein, daß die spitals leüth ain guetes brodt haben und inen dasselb nit zu alt oder neupachen zum essen füertragen werde, unnd daß die dienstleüth den armen leüten nichts widerwertiges zuefüegen. [6.] Er soll auch auf alle des spitals dienstbotten, so wol die armen leüth, man und weib sein vleissig aufsehen haben, damit sie gueter zucht fridt und ainikheit leben, ein jedes seinem dienst und beruef vleissig und treulich außwarte unnd inen nit gestatten, daß sie ohne sein vorwissen, sonderlich bei der nacht, ausser dem spital bleiben, da nun einer diß orts betretten, den oder die sol er, der spitlmaister, der gebüer nach straffen. [/] [7.] Spitlmaister sol auch selbst persohnlich in dem spital wohnen, auch darob sein, damit dasselb nächtlicher weil zu rechter zeit gespört unnd geöffnet werde. [8.] One aines ersamen raths vorwissen oder rathschlag sol spitlmeister niemandt in daz spital nemben, daz mairgesindt auch niemandt frembten aufhalten oder beherbergen, und solches bei straf. [9.] Item sol spitlmaister sein vleissigs aufsehen haben im spital und täglich hin und wider visitirn, damit mit dem viech und allenthalben mit der füeterei embsige guete wirtschafft gehalten unnd dem spital nichts veruntreuet, auch vleissig achtung geben, daß dem mairgesindt ihr speiß und notturfft sauber und zu rechter zeit geraicht werde, bevorab soll den armen leüten ir gebier in allen victualien zu rechter zeit ganz treulich und mit guetem willen, ohne verdruß herfüer geschrotten und zu ihrer selbst aignen khuchel oder khöchin geben werde[n]. [10.] Es sollen auch die spitlmaister, wan sich die armen leüth ainer khrankheit clagen, mit inen mitleidig sein und, so es die nott erfordert, dessen den bestelten wundt arzt zu remedierung erindern, so auch ihres gebüerlichen pades pflegen lassen. [11.] Item so sol er dem mair und mairin, auch daß gesindt dahin mit ernst halten, daß man in hof und gemächern offt seubere, sonderlich daß der armen leüth gemach täglich zwaimal außgekhert und öffters von wacholder oder khranabit holz unnd peer ain rauch gemacht werde, auch soll er die gail nit uberhauffen, sonder zeitlich auß dem spital füer die statt füeren lassen, dahin auch gedacht sein, daß [/] die haimblikheita sauber gehalten und in den gemächern, es sei den die not erforders, khaine leib stüel unnd harmbgeschier verstatet werden, unnd in summa disfalls alle notwenndige saubrikheit pflegen. [12.] Item nachdeme das spital ain grundbüechl hat, sol vom spitlmaister allezeit Georgi und Michaeliß, da die dienst fallen, dieselben ordentlich und in alweg mit vorwissen und beisein der geschwornen raithandler eingenomben unnd beschriben werden. a Am linken Rand: NB.
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
2
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
722
Kategorie
Medizin
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