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VIII.7 Niederösterreich: Wiener Neustadt – Bürgerspital (Edition Nr. 136–142) 913
[13.] Item so hat daß spital ainen zehet zu Lanzenkhirchen, den soll spitlmeister
ainem solchen verlassen, der gehrn zalt, oder, da es dem spitals nuzlicher, daß er
eingefechsnet, zeitlich denselben aussteckhen und achtung bestellen, damit nichts davon
entzogen werde.
[14.] Item spitlmaister sol auch dahin gedacht sein, damit järlich von den dienstparen
spital gründten der dienst zu den grundtbüechern richtig gemacht, also auch die zinß und
zu leßens zeit die zehent, pergrecht, außgang und dergleichen von des spitals weingarten
bezalt werden, und nichts ausstendig verbleibe, dardurch etwo daß spital ein schaden
khomben mechte, unnd da er aines und anders nit waiß, bei den anteceßoribus und
vorigen spitlmaistern bericht einziehen.
[15.] Item soll spitlmeister auf das spitals wäldl achtung geben und bestellen,
damit die selben nit abgeödt werden und, wan darinnen taugliches holz zu raif und
weingartensteckhen, sol er solche arbeit, damit mans nit khauffen dörffte, machen, auch
daß prennholz zu rechter zeit schlagen und zu hauß bringen lassen. [/]
[16.] Item er sol auch sein vleissigs aufmerckhen haben, daß an des spitals gerindten
nichts entzogen unnd da er erfuehre, daß ain oder ander grundt von dem spital entzogen
were, solches ainem ersamen rath anzaigen, damit derselb wider herzue gebracht werden
möge.
[17.] Spitlmaister sol auch ein register haben, darinnen er die jenigen, so im spital
sterben, mit tauf- und zuenamen, auch tag und stundt ihres ableibens, verzaichnen möge,
benebens auch was sie verlassen, daß wan etwas der mühe wert, sonderlich petgewandt
und leillachen aufbehalten, unnd anderen gebraucht, da es aber so schlecht, mit vorwissen
aines ersamen raths under die andern außthaillen, damit über khuerz oder lang, wan disen
persohnen nachgefragt, man irer verlassung halber bericht haben möge.
[18.] Auf das spitals mühl, die Habermüll genannt, soll er sein vleissigs aufsehen
haben, daß der bstandtmann dieselbe wiertlich unnd paulich beseze unnd weils ainem
jeden mit solcher beschaidenheit verlassen, daß er neben dem zinß alle notturfft zum
spitall mallen, schratten unnd nemen soll umbsonst und ohne ainige maut, wie solches
der bstandtbrief dessen abschrifft ime, spitlmeister, zuhanden gestelt werden soll, mit
mehrerem außweiset, demnach soll er, spitlmeister, alles vleiß dahin gedacht sein, damit
er, müllner, solchen bstandt nachkhombe unnd daß malter neu und schartarbeit treulich
und erbar antworte unnd soll jede sorten durch den geschwornen messer auß unnd
aingemessen werden, nach inhalt des bestandtbriefs. [/]
[19.] Item er, spitlmeister, sol zu dem traidt und mehl casten selbst die sch[l]issel
haben, also auch zu dem kheller und alles und jedes nach der maß einnemben unnd
außgeben, damit es in seiner raittung khain irrung nit mache, auch man wissen möge, was
wochentlich aufgehet.
[20.] Item nachdem daß spital ain groß anpau hat, soll er alles getraidt von dem
stadl auf den khasten mit dem gemainen landtmezen abmessen lassen, schein und
rabisch darumben nemben oder aufs weinigst mit vorwissen und verordnung herrn
burgermaisters thuen.
[21.] Spitlmeister soll alle Quatember mit den handtwerchern, sonderlich den
fleischackhern [!], ordentlich abraitten unnd, wo müglich, auß zallen, damit daß spital nit
in schulden last garathe, er solle auch ohne aines ersamen raths vorwissen ainige schuldt
nit machen oder daß wenigist von dem spital versezen oder verkhauffen, da es beschech,
sol es bei im ersuecht werden.
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin