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VIII.7 Niederösterreich: Wiener Neustadt – Bürgerspital (Edition Nr. 136–142) 921
certificationen zu gemainer statt raithcammer einraichen unnd seine raithungen
mehrmahls übers jahr anstehen lassen.
[35.] Zum fünff unnd dreisigisten, damit desto bessere ordnung unnd guete
würtschafft in spitall erhalten [/] werde, er, spitlmaister, auch seiner mühewaltungen
halber ein ergözung haben möge, ist ihme zur besoldung jährlichen verwilliget in parem
gelt fünfzig gulden unnd täglich 2 achtring wein unnd 2 lb. fleisch neben seiner notturfft
brott unnd zuegemüeß, darunder auch etwas von spöckh (jedoch nur zu linderlicher
notturfft sein unnd seines weibs) verstanden ist unnd weilen des spitals württschafft
zimblich gross unnd weithleüffig ist, allso daß einen spitlmaister derselben allenthalben
zu fueß nachzukhommen beschwährlich sein möchte, alß ist ihme, spitlmaister, zu
underhaltung eines rosß jährlichen ein halber mutt haaber sambt der nothurfft heu, streu
unnd gehälch, weiter aber nichts, verwilliget, jedoch das er solches rosß nit zu seinen
aigenen, sondern, wan es vonnöthen, allein zu des spitals diensten gebrauchen thue, unnd
zum fahl durch seinen unfleiß, unachtsambkheit unnd vernachlässigung dem spitall
ainiger schaden, es seye zu hauß oder veld, wie der nahmen haben unnd es immer sein
khan, beschechen wurde, ist er denselben zuerstatten unnd guet zu machen schuldig.
Und weilen endlichen nit alles aigentlich khann specific[/]irt unnd fürgeschriben
werden, demnach solle spitlmaister selbst, was hierinnen außtruckhlich nit begriffen
unnd es doch die notturfft zuberichten erfordern wirdet, disfals nichts underlassen, sein
gewissen in bedenkhung man bey denen spitallern vor andern den himmel oder höll,
die ewige belohnung oder das ewige verderben, verdienet, nit beschwähren unnd umb
eines schlechten zeitlichen gewünß willen, so ohne daß nit gedeyet, die ewige belohnung
beyseits sezen unnd hingegen die ewige straff auf sich laden, sondern dem armen
spittall allso hausen, wie auch die armen leüt also beobachten, damit ers vor Gott unnd
der welt wierdet verantwortten khönen, wie dann eines erß(amen) raths verthrauen in
ihne, spitlmaister, unnd dessen vleissig unnd gethreue verwalthung gestellet ist. Actum
Neustatt, den 1. Augusti 1658.
Nr. 141
Instruktion für den Bürgerspital-Spitalmeister in Wiener Neustadt.
Wiener Neustadt, 1691 Februar 22
Archiv: StA Wiener Neustadt, Scrinium CXIV, Nr. 1/4, unfoliiert
Rückvermerk: Instruction, was sich im allhiesigen burgerspithall ein spitlmeister zu ver-
halten hab.
Instruction eines spitlmaisters etc.
[1.] Erstlich soll herr spitlmeister, wiewohlen er absonder(lich) einen herrn
superintendenten hat, gleichwohlen alle wochen zwey oder drey mahl und, so es
vonnöthen, öffters zum herrn burgermeister gehen und alle umbstendt der würthschafft
ausführlich referieren, damit herr burgermeister und herr superintendent sich der
würthschafft halber underreden khönnen.
[2.] 2o Ingleichen soll herr spitlmeister in allem, waß nothwendig, sich bey herrn
superintendenten raths erhollen.
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin