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IX.1 Wien: Wiener Bürgerspital (Edition Nr. 144–190) 1011
der pfister zuempfangen und weillen der müllner destwegen weittera kein raittung zu [/]
thuen hat, alß solle der kasstner mit dem pfister destwegen vleissig correspondieren unnd
vonn den dem müllner abgebenen traydt wochenlich dem pfister parte geben, damit
derselbe auf die meelliferung gedennckhen unnd, wo ainiges doch nit bleiben wolte,
solches zeitlich begehren könndte.
[10.] Zehenten die khleiben aber vonn solchen malter hat der kasstner zuempfangen
unnd, wohin es herr spitlmaister bevelhen wierdt, wider abzugeben unnd zu ervolgen.
[11.] Aylfften yber alle solche vorgemelte hanndlungen, empfanng unnd außgaben
aber solle der kasstner monatlichb dem herrn spitlmaister ein particular zuestellen unnd
zu enndt des jahrs ein monnath hernach ein recht formbliche raittung gm(eine)r statt
buechhalterey einraichen, dem kastner aber solle alweeg auf dem muth traydt 1 mezen
unnd vonn habern 1½ mezen in die gewöhnliche kassten schwenndt passierlich sein. [/]
[12.] Zwölfften er ist aber nicht allein deme, was hieoben begriffen, alles vleißes
nachzukhomben schuldig, sondern was er sonnst dem armen hauß inn seinen diennst
nuzlich unnd fürträglich zu sein befindet, seinen besten wissen und vermögen nach zu
verrichten, schaden zu wenden unnd des armen haußes nuzen zu betrachten verbunden,
wie es einem getreüen dienner zuestehet unnd er gegen Gott unnd der obrigkheit zu
verantwortten wissen wierdt.
[13.] Dreyzehenten da er auch hierinen fühlen oder deme armen hauß zuschaden
hanndlen wurde, solle er destwegen jedesmahls vor denen herrn superintendenten unnd
spitlmaister oder einen löb(lichen) statt rath zuestehen unnd hierumben redt unnd
anndtworth zu geben haben, das er auch deme allem gehor(sam) nachkhomben unnd
dem armen hauß getreu unnd redlich dienne wolle, desßentwegen solle er vor denen
herrn superintendenten und spitlmaister einc ordentliches jurament ablegen, auch zu
alwertiger versicherung dem spitall annembliche caution laisten.
[14.] Vierzehenten damit er aberd auch wisße, was er für solch sein verrichtung zur
besoldung habe, ist solche des jahrs 30 fl., die kost hat er am officier tisch [/] inn der
ambtstuben unnd, wann er sich in yberigen woll helt unnd verdiennt macht, hat er zu
forderist die belohnung vonn Gott, sodann aber guette befierderung nach gelegenheit
zuerwartten.
Zu urkhundt ist dise instruction mit des burgerspitals gewöhnlich mittern signet
geferttigt unnd von denen herrn superintendenten unnd spitlmaister aigenhenndig
undterschriben, nicht weniger auch selbe von dem castner geferttigter bey gm(eine)r statt
buechhalterey gleichlauttennt gelassen worden, Wienn, den 2. January 1687.
Augustin von Hierneiß, mpria.
Wolff Bernhardt Buechenegger, mpria.
Friedrich Sebastian Schultz, spitlmaister
a Über der Zeile nachgetragen.
b Korr. aus volgennts.
c Über der Zeile nachgetragen.
d Über der Zeile nachgetragen.
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin