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IX.1 Wien: Wiener Bürgerspital (Edition Nr. 144–190) 1013
nachschauen und solches wegen bestellung des schnidts dem herrn spitlmaister zeitlich
andeiten, der hierüber weitere bestellung machen wierdt, gleichfahls solle er auch
wegen des maadts thuen und auf den spitals wüßen zuesehen, wan es zeit zum mähen
sein mecht, dabey sonderlich [/] in obacht zu nehmen, das die zwaymaadigen wißen zu
graimathen nicht underlasßen werden.
[8.] Achtens hierauf hat geschiermayr die nöthige wägen zuezurichten und wan das
graß gemähet, die traidter abgeschnidten und außgetrückhert, solle er fruhe und spat
daran sein, das solche fein baldt hereingebracht und nit beregnet werden, wo es aber
ja nit verhüettet werden khöndte, solle er solches auf den veldt wider umbschübern
und trückhern lasßen, damit solches nit nasßer auf den stadl khombe und daselbst mit
mehrern schaden des spitals verderbe.
[9.] Neüntens auf gleiche weiß hat er auch des spitals traidt zehent mit spitals zügen,
so weith man gefolgen khan, haimbzubringen, derowegen er auf jedes mahliges, des
zehenthandlers begehren, die benöthigte fuhren hergeben solle.
[10.] Zehntens zum lößen hat ebenermasßen der geschiermayr die wägen zu rechter
zeit zuezurichten, die laiden haimben zu lasßen und solche bestellung zu machen, das an
fuhren khein mangl seye, und wan ihme durch die weingarttkhnecht erindert würdt, [/]
was sie für fuhren vonnöthen, solle er ihnen solche unwaigerlich schickhen und sie damit
nit saumben.
[11.] Aylfftens das ybrige fuhrwerch als holz auß dem waldt, gaill in die weingärtten
und auf äckher zu führen, auch waß sonst zwainzing im hauß fürfelt, das hat er,
geschiermayr, nach gelegenheit der zeit zu thuen, und gleichwohl zu sehen, das roß
und knecht nit vill feyrent gelasßen, auch morgens zu rechter zeit ein und abents nicht
allzufrue außgespant werde.
[12.] Zwölfftens so hat der geschiermayr auf die beede wasßer laiden, so der
kay(serliche) feür ordnung nach in spital gehalten werden, guete obacht zu haben, das
forderist der wagen woll bestelt und die laiden jederzeit voll, auch im winter mit rev(eren)-
do gaill bedeckht sein, das sie nit verfrieren; wan auch das wasßer sal(va) ven(ia) stinckhent
werden will, sollen dieselben außgelährt und mit frischen wasßer wider angefillet werden,
damit auf allen fahl eines ankhombenden feürs dieselben ferttig sein und auf erfolgenden
glockhenstraich gleich zuegeführt werden khönen, womit der geschiermayr selbst
mitlauffen und sehen solle, das die laiden recht hingebracht werden. [/]
[13.] Dreyzehents der geschiermayr hat auch zu sehen, das in den höffen im spital
guete sauberkheit seye, früehlings zeit bey aufgehenden wetter das eyß zeitlich außgeführt,
auch das ganze jahr yber auß dem Rädlhoff das von der armen strohsäckhen außlährende
stro von zeit zu zeit fleisßig weckhgebracht werde.
[14.] Vierzehentens er hat aber alle diße vorgemelte verrichtungen nicht absolute
vor sich selbsten zu thuen, sondern solche jederzeit vorhero mit herrn spitlmaister zu
underreden und desßen guetbefinden und befelch hierüber zu erwarthen, wie er dan
täglich abents den herrn spitlmaister referieren solle, was er selbigen tags mit denen
rosßen gethan und weiters sich beschaidts erhollen, was andern tags mit denenselben
fürzunehmen seye, darbei die gesöllen fuhren genzlich eingestelt sein, und solle
deren einige ohne der herrn superintendenten oder ihr gnaden herrn burgermaisters
außtruckhlichen bewilligung nicht gethan werden.
[15.] Funffzehentens so solle der gschiermayr für sich selbst kheinen knecht
aufnehmen noch abdanckhen, wan aber [/] ja mit denselben änderungen fürzunehmen,
solle ers jederzeit dem herrn spitlmaister andeüten und ihme dieselben vorstellen.
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin