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1038 IX.1 Wien: Wiener Bürgerspital (Edition Nr. 144–190)
erdt unndt dung zum grueben geführt, auch alle jahr, so viel möglich, in jeden weingarten
etwas gegruebt werde.
[9.] 9. Solle er nit allein diese vorspecificirte puncten zu halten, sondern auch in
allweeg deß spitals schadten zu hüeten unndt dessen nuzen zu befördern, wie es einem
getreuen diener wohl anstehet, schuldig unndt verbundten seyn.
[10.] 10. Damit er aber auch wisse, waß er für diese seine müehwaltung zu lohn
habe, ist solche deß jahrs 30 fl.; item für die mittags kost, weillen er mehrern thailß auff
dem lanndt bey denen weingarten undt arbeiths leüth seyn mueß, auch 30 fl. unndt
anstatt deß weinß 15 fl., die kost aber auff die nacht in natura am dritten tisch in herrn
spitlmaisters taffel stueben sambt täg(lich) 1 paar grosß brodt; in lösens [/] zeit aber
hatt er noch darzue täg(lich) ain ächtr(ing) gesindt wein, 1 paar grosß brodt unndt 1
lb. rindtfleisch, ferrer aufs ganze lösen ain achtl salz; von Mich(aeli) biß Georgii für sich
unndt dem andern weingartknecht monat(lich) 1 lb. körzen; im übrigen aber, zum fahl
er sich wohl haltet, hatt er die belohnung von Gott, wie auch guete promotion nach
gelegenheit zuerwarten.
Urkhundt dessen ist ihme diese instruction mit deß spitalß gewöhn(lich) mittern signet
unndt der herren superintendenten unndt spitlmaisters hanndtunterschrifften geförtigter
zuegestellt worden. Actum Wienn im burgerspital, den 2. Decembris 1706.
[L. S.] Mathias Rigler, oberweingart knecht.
Nr. 182
Instruktion für den Bürgerspital-Unterweingartenknecht in Wien.
Wien, 1709 August 7
Archiv: WStLA, Bürgerspitalakten, Fasz. LVI (A 74)
Rückvermerk: Instruction eines unterweingartknechts bey dem burgerspital allhier.
Instruction eines unter weingartknechts in dem burgerspital
[1.] 1mo Solle er herrn spitlmaister in seinen ambts sachen getreu unndt gehorsamb
seyn, dessen befelch unverdrossen unndt höchsten fleisses nachkomben, auch zu diesem
enndte täg(lich) zu abendts herrn spitlmaister zu referiren, waß er selbigen tag verricht
unndt widerumb von ihme den befelch erwarten, waß er andern tags zuverrichten habe.
[2.] 2do Weilen er alle, deß spitals weingarten im untern gang, daß ist zu Mödling,
Perchtoldtstorff, Liesing, Mauer, Ottakhring, Dornbach, Penzing, Meydling, Laach
unndt umb die statt, unter seiner obsicht hatt, alß solle er dieselbe fleissig übergehen
unndt darauff sehen, auff daß jede weingartsarbeith daß ganze jahr hindurch zu rechter
zeit sowohl durch die unterthannen alß andere auffgenohmene weinziehrl verricht werdte,
unndt, wo es nicht beschicht, zeitlich herrn spitlmaister anzaigen.
[3.] 3tio Nicht weniger solle er auch die weingärten, so [/] daß spital vermög ihme
eingehändigter specification unterschiedlich auff leib verlassen, zum öfftern visitiren
unndt nachschauen, ob auch die leibgedings innhaber selbige gebührendt bauen unndt
wenigstens jähr(lich) 3 mahl hauen, auch ein mittere streyh darein grueben, im widrigen
aber solche herrn spitlmaister andeuten.
[4.] 4to Solle er die weinziehrl oder hauer zu keiner staigerung in denen tagen deß
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin