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X.1. Burgenland: Esterházysche Herrschaftspitäler (Edition Nr. 192–203) 1085
Nr. 202
Gebetsordnung des Herrschaftspitals in Neckenmarkt.
Eisenstadt, 1776 Mai 16
Archiv: BLA, FA Esterházy, Repositorium 82, Fasz. C (Spitäler Neckenmarkt, Pöttsching,
Forchtenau, Güns/Köszeg), Nr. 41–46 [MF 115]
Spittälera schuldigkeitena
Die vorgeschriebene schuldigkeiten der spittäler sind folgende:
Täglich müssen sich dieselbe um 5 uhr früh in die spittalkapellen begeben, alda fangen
sie das gebett mit denen drey göttlichen tugenden an und schliessen es mit einem
vatter unser, ave Maria und dem glauben zu ehren des heiligen Floriani, auf dieses
folget die litaney des süssen nahmen Jesu, hernach das allgemeine gebett (nehmlich
ich, armer sünder, wiedersage dem bösen feind etc.), sodann ein rosenkrantz für
den durchlauchtigsten fürsten, fünf vatter unser und ave Maria für die rohrerische
freündschafft, zwey vatter unser und ave Maria für die gutthäter; endlichen gehen sie in
die pfarrkirchen, die heilige meß zu hören, unter welcher sie abermahl einen rosenkrantz
für das hochfürstliche hauß betten, sonsten aber allen heiligen meesen beywohnen
müssen. [/]
Nachmittag um 1 uhr müssen alle wider in die kapellen zusamm kommen und drey
rosenkrantz betten: den ersten für den gnädigsten fürsten, den anderten für alle gutthäter
und den dritten für die arme seelen im fegfeüer.
Um 5 uhr gegen den abend wird der abendseegen wie auch der englische rosenkrantz,
die lauretanische litaney, ein rosenkrantz für das fürstliche haus, 10 vatter unser und ave
Maria vor den verstorbenen Nickel Huszar und 2 vatter unser und ave Maria für die
abgestorbene spittäler gebettet, womit das gebett beschlossen und alle tag ordentlich
widerholt wird.
Nr. 203
Gebetsordnung des Herrschaftspitals in Pöttsching.
Eisenstadt, 1778 Oktober 15
Archiv: BLA, FA Esterházy, Repositorium 82, Fasz. C (Spitäler Neckenmarkt, Pöttsching,
Forchtenau, Güns/Köszeg), Nr. 41–46 [MF 115]
Schuldigkeitenb dieser spittälerb
Sie müssen für das überkommende allmoßen täglich einen roßenkrantz betten und zwar
am
Sonntag: zur anbettung der allerheiligsten dreyfaltigkeit;
Montag: für das lebende hochfürstliche haus;
a–a Im Original unterstrichen.
b–b Im Original unterstrichen.
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Spital als Lebensform
- Untertitel
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Band
- 2
- Autoren
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Medizin