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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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5. Die Verwaltungsebene: Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission 245 5.3.1 „Direkt von der Schulbank“ Ähnlich wie bei der SMAD bestand auch in der SČSK eines der größten Prob- leme darin, sich einen Stab qualifizierter, engagierter und politisch zuverläs- siger Fachleute zu halten. Zusätzlich zu den regulären Versetzungen wurden Mitarbeiter ihrer Posten enthoben und zurück in die Sowjetunion geschickt, weil sie als politisch oder moralisch kompromittiert galten.372 Der Kaderman- gel machte sich bei der politischen Arbeit besonders bemerkbar. Man benö- tigte Politmitarbeiter mit Deutschkenntnissen, um die Vakanzen nachzube- setzen und „einige Mitarbeiter durch qualifiziertere“ auszutauschen.373 Zum Personalmangel (am 1. Jänner 1950 waren von 52 Posten in der Pro- pagandaabteilung 18 vakant) kam hinzu, dass es den Neuzugängen häufig an Deutschkenntnissen und am persönlichen Format fehlte: Ein Teil der Mitar- beiter war „direkt von der Schulbank“ zur Armee eingezogen worden, einige hatten während des Krieges als Instruktoren der Divisions-Politabteilungen für die Arbeit unter den feindlichen Truppen gedient und verfügten beim anschließenden Einsatz in der SČSK über „keinerlei Erfahrung in der partei- politischen Arbeit“.374 In den kommenden Jahren besserte sich die Situation kaum. Jene 22 Un- teroffiziere, die die Kaderabteilung der Politischen Verwaltung der Streit- kräfte nach Österreich entsandt hatte und die ab Dezember 1949 einen Aus- bildungskurs für Politmitarbeiter absolvierten, entsprachen wegen ihrer Jugendlichkeit keineswegs den Anforderungen: Die frisch ernannten Ser- geanten hatten erst vor ihrer Entsendung nach Österreich die Militärpoliti- sche Akademie abgeschlossen. In den Augen ihres Vorgesetzten hatten sie eine schlechte Allgemeinbildung, waren politisch mangelhaft vorbereitet und wiesen weder Lebenserfahrung noch Erfahrung in der politischen Arbeit auf. Viele von ihnen würden, so seine Einschätzung, selbst nach Absolvierung des Kurses nicht in der Lage sein, als Propagandainstruktoren die nötige Leis- tung zu erbringen.375 372 Naimark, Die Russen in Deutschland, S. 41–44. 373 RGASPI, F. 17, op. 132, d. 5, S. 32–36, Schreiben von Želtov an Šepilov über die Arbeit der Propagan- daabteilung der SČSK, 20.7.1948. 374 RGASPI, F. 17, op. 128, d. 299, S. 1–64, hier: S. 58, Bericht von Dubrovickij über die Arbeit der Pro- pagandaabteilung der SČSK 1946 und im 1. Quartal 1947, [September 1947]. Gemäß dem stv. Leiter der 7. Verwaltung der Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee, B. G. Sapožnikov, wurde die Politabteilung aus Mitarbeitern der 7. Abteilung der Politverwaltungen der 2. und 3. Ukrainischen Fronten formiert. Vgl. RGASPI, F. 17, op. 132, d. 5, S. 239f., Bericht von Sapožnikov über die Kom- plettierung der Propagandaabteilung mit Politmitarbeitern, 23.8.1945. 375 RGASPI, F. 17, op. 137, d. 108, S. 6–77, hier: S. 73, Bericht von Gurkin über die Arbeit der Propagan- daabteilung der SČSK 1949, 13.3.1950.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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