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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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III. Der sowjetische Besatzungsapparat: Struktur und Funktion258 inzwischen in „Informationsabteilung“ umbenannte Propagandaabteilung der SČSK wurde beim AVK in die „Abteilung für innenpolitische Fragen“ eingegliedert.424 Mit der Ernennung des zivilen Hochkommissars und der Bildung des weitgehend zivilen AVK folgte die Struktur des sowjetischen Besatzungsap- parates in Österreich wiederum jener in Deutschland: Bereits 1949 war zwar die Umstellung von der Militäradministration (SMAD) auf die überwiegend zivile Kontrollkommission (SKK) erfolgt, doch erst am 28. Mai 1953, rund ei- nen Monat vor dem entsprechenden Wechsel in Österreich, hatte der zivile Hohe Kommissar, Botschafter Vladimir S. Semenov, den militärischen Vor- sitzenden der SKK, Marschall Vasilij I. Čujkov, abgelöst.425 Der ehemalige leitende Mitarbeiter der Militäraufklärung Il’ičev blieb der erste und zugleich letzte zivile sowjetische Hochkommissar in Österreich. Ab Mitte Juli 1955 fasste das Präsidium des ZK die entsprechenden Beschlüsse über die Auflösung der Alliierten Kommission426 und des Alliierten Rates.427 Einen Tag vor der Abschlusssitzung der Alliierten Kommission genehmig- te das ZK-Präsidium den Wortlaut der Erklärung, die Botschafter Il’ičev auf der Sitzung zu verlesen hatte.428 Am 27. Juli, dem Tag der Hinterlegung der noch ausständigen Ratifikationsurkunde des Staatsvertrages in Moskau, hielt der Alliierte Rat seine letzte Sitzung ab und beschloss die Auflösung der Al- liierten Kommission für Österreich. Die Fahnen der Alliierten wurden vom Gebäude des Alliierten Rates auf dem Wiener Schwarzenbergplatz (offiziell noch „Stalinplatz“) eingeholt. Österreich war souverän.429 Zwei Monate später, genau neun Tage nachdem am 19. September 1955 der letzte sowjetische Besatzungssoldat Österreich verlassen hatte, ließ das ZK-Präsidium den Apparat des Hochkommissars auflösen und zugleich den Stelzl-Marx – Tschubarjan, Die Rote Armee in Österreich, Dok. Nr. 81. Siehe dazu auch das Kapitel A.III.3.2 „Die Militärkommandanturen: Aufgaben und Pflichten“ in diesem Band. 424 Mueller, „Die Kanonen schießen nicht“, S. 344. 425 Elke Scherstjanoi (Hg.), Das SKK-Statut: Zur Geschichte der Sowjetischen Kontrollkommission in Deutschland 1949 bis 1953. München 1998, S. 16; Mueller, Die sowjetische Besatzung in Österreich, S. 62. 426 AP RF, F. 3, op. 64, d. 10, S. 120–123, Beschluss Nr. 133/VI des Präsidiums des ZK der KPdSU, Über die Einstellung der Tätigkeit der Alliierten Kommission für Österreich, 18.7.1955. Vgl. dazu und zum Folgenden: Knoll – Stelzl-Marx, Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission, S. 213f. 427 AP RF, F. 3, op. 64, d. 10, S. 129–131, Beschluss Nr. 134/X des Präsidiums des ZK der KPdSU, Über die Einstellung der Tätigkeit des Alliierten Rates in Österreich, 21.7.1955. 428 AP RF, F. 3, op. 64, d. 10, S. 132–134, Beschluss Nr. 136/14 des Präsidiums des ZK der KPdSU, Über die Erklärung von Il’ičev auf der Abschlusssitzung des Alliierten Rates, 26.7.1955. Den entsprechen- den Vorschlag hatte das MID am 25.3.1955 dem ZK der KPdSU unterbreitet. Vgl. AVP RF, F. 06, op. 14, p. 10, d. 119, S. 2, Schreiben an Molotov bezüglich der Erklärung von Il’ičev, 25.7.1955. 429 Stourzh, Um Einheit und Freiheit, S. 544f.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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