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5. Die Verwaltungsebene: Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission 259
Personalstand der sowjetischen Botschaft in Wien bestätigen.430 Der Beschluss
darüber erschien am 1. Oktober 1955 in der „Pravda“.431 Il’ičev blieb noch bis
1956 sowjetischer Botschafter in Wien.
5.7 „Verwaltung und Kontrolle“: Funktionen
Die Regierungsverordnung über den Sowjetischen Teil der Alliierten Kom-
mission vom 4. Juli 1945 definierte als grundlegende Aufgabe „die Gewähr-
leistung der Verwaltung der sowjetischen Besatzungszone Österreichs und
die Durchführung der Kontrolle über die Tätigkeit der österreichischen Be-
hörden während der gesamten Dauer der Besetzung Österreichs durch alli-
ierte Truppen“. Dabei war das Kommando der SČSK mit der Vertretung der
sowjetischen Regierung im Alliierten Rat, der Verwaltung der Zone und der
Kontrolle über die Arbeit der Fachabteilungen betraut: Der Militärkommissar
(oder sein Stellvertreter) hatte an den Sitzungen des Alliierten Rates teilzu-
nehmen und in abwechselnder Reihenfolge mit den übrigen drei Militärkom-
missaren den Vorsitz zu übernehmen. Der stellvertretende Militärkommissar
war verpflichtet, als Mitglied des Exekutivkomitees der Alliierten Kommis-
sion die Direktiven des Militärkommissars auszuführen. Gemeinsam oblag
ihnen die Leitung der einzelnen Abteilungen der SČSK. Zu allen politischen
Fragen musste der Politische Berater Vorschläge ausarbeiten und die sowje-
tische Regierung in Abstimmung mit dem Militärkommissar über die Lage
in Österreich informieren. „Zur Verwirklichung der Kontrollkommission vor
Ort“ verfügte der Militärkommissar über „seine Bevollmächtigten in den Pro-
vinzen, Bezirken, Häfen und wichtigen Betrieben der sowjetischen Zone“.432
Davon ausgehend lieferte die gleichzeitig verabschiedete „Instruktion
über die Tätigkeit der SČSK“ einen konkreten Aufgabenkatalog. An oberster
Stelle stand der Beitrag zur „Wiederherstellung eines selbstständigen, unab-
hängigen und demokratischen Österreichs entsprechend der Erklärung der
sowjetischen Regierung über Österreich vom 9. April 1945“.
Dies ging einher mit der Liquidierung sämtlicher Folgen des „Anschlus-
ses“ und der NS-Zeit. In diesem Zusammenhang hatte die SČSK einerseits
430 RGANI, F. 3, op. 10, d. 182, S. 79, Beschluss Nr. 155/22 des Präsidiums des ZK der KPdSU, Über die
Auflösung des Apparates des Hochkommissars der UdSSR in Österreich und die Bestätigung des
Personalstandes der Botschaft der UdSSR in Wien, 28.9.1955.
431 RGANI, F. 3, op. 10, d. 183, S. 3, Beschluss Nr. 156/X des Präsidiums des ZK der KPdSU, Über die
Veröffentlichung der Nachricht über die Auflösung des Amtes der Hochkommissars der UdSSR in
Österreich in der Presse, 30.9.1955.
432 AP RF, F. 3, op. 64, d. 10, S. 90f., Verordnung über den Sowjetischen Teil der Alliierten Kommission
für Österreich, 4.7.1945.
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Stalins Soldaten in Österreich
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Stalins Soldaten in Österreich
- Untertitel
- Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
- Autor
- Barbara Stelzl-Marx
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2012
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78700-6
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 874
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918