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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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III. Der sowjetische Besatzungsapparat: Struktur und Funktion300 kaufs nur mehr Maßnahmen zur Verbesserung der USIA beschlossen wurden. Die Begutachtung seines Vorschlags über den Verkauf der sowjetischen Betrie- be in Österreich war „um einen Monat zu verschieben“ – eine für jeden, der in kremlinterne Uneinigkeiten eingeweiht war, verständliche Formulierung.586 Im Juli 1954 erklärte sich Moskau auf Bitte der österreichischen Regierung hin einverstanden, die in der sowjetischen Besatzungszone gelegenen Objek- te der nicht fertiggestellten Autobahn Wien–Salzburg als ehemaliges „Deut- sches Eigentum“ für 150 Millionen Dollar zu verkaufen.587 Die Bedingungen waren gleich wie beim Verkauf des Wasserkraftwerkes Ybbs-Persenbeug im Mai 1953.588 Für die Abwicklung der Vertragsunterzeichnung war von sow- jetischer Seite die USIA zuständig. Man trennte sich leichten Herzens von jenem Vermögen, das weder von der USIA bewirtschaftet wurde noch Ge- winne einspielte.589 Die schwierige Lage im Kreml und die Vorstöße der österreichischen Seite nötigten die sowjetische Führung im Sommer 1954 mehrfach, sich mit dem möglichen Verkauf der USIA auseinanderzusetzen.590 Neben laufenden Fi- nanz- und Absatzproblemen ersuchte jedoch die KPÖ, keine Kündigungen in den USIA-Betrieben vorzunehmen, um die Arbeiter nicht noch mehr zu verunsichern. Das ZK der KPdSU versuchte die in Panik geratenen österrei- chischen „Freunde“ durch die Mitteilung zu beschwichtigen, dass bis zum Abschluss des Staatsvertrages keine sowjetischen Betriebe in Österreich ver- kauft werden würden.591 Anfang Jänner 1955 bekräftigte das ZK der KPdSU seine Position, wonach man „zurzeit keine Verhandlungen mit der österreichischen Regierung über die Übergabe der USIA-Betriebe an Österreich“ führen würde. Gleichzeitig erhielt der sowjetische Hochkommissar den Auftrag, die führenden KPÖ- Funktionäre zu einer besseren Organisation ihrer Arbeit in den Betrieben zu motivieren. Diese sei „vollkommen unzureichend“.592 Zeitlich fiel die Erörte- 586 Prozumenščikov, Nach Stalins Tod, S. 743. 587 RGANI, F. 3, op. 10, d. 86, S. 44, Beschluss Nr. 70 des Präsidiums des ZK der KPdSU, Über den Verkauf des ehemaligen Deutschen Eigentums der Autobahn Wien–Salzburg an die österreichische Regierung, 1.7.1954. 588 Brunner, Das Deutsche Eigentum, S. 147–149. 589 RGANI, F. 3, op. 8, d. 121, S. 114f., Bericht von I. Kabanov, V. Zorin und V. Garbuzov an das ZK der KPdSU über den Verkauf des ehemaligen Deutschen Eigentums der Autobahn Wien–Salzburg, 16.6.1954. Vgl. Prozumenščikov, Nach Stalins Tod, S. 744. 590 RGANI, F. 3, op, 8, d. 128, S. 162, Auszug aus dem Beschluss Nr. 75 der Sitzung des Präsidiums des ZK der KPdSU vom 30.7.1954, Über den Verkauf der USIA, 2.8.1954. 591 RGANI, F. 3, op. 8, d. 128, S. 167f., Bericht an das ZK der KPdSU über die Lage in der USIA, 14.4.1954. 592 RGANI, F. 3, op. 10, d. 123, S. 8, Beschluss Nr. 103/XXIX des Präsidiums des ZK der KPdSU über die sowjetischen Betriebe in Österreich, 19.1.1955.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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