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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Seite - 517 -
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2. Liebesbeziehungen und ihre Folgen 517 – zunächst – ab. Obwohl es rasch zu einer Versöhnung mit ihrer Familie kam und Therese S. das Andenken an Nikolaj Sidorov immer sehr hoch hielt, so- gar „wie eine Reliquie verehrte“, spricht sie bis heute nicht gerne über die fünf Jahre an der Seite des sowjetischen Besatzungssoldaten.181 Dass die Be- ziehung wegen der äußeren Umstände unglücklich endete, gab jenen, die sie davor gewarnt hatten, indirekt recht. Die Reichweite dieser lebensweltlichen Diskurse und Praktiken der Aus- grenzung spiegelt das folgende Schreiben des 1946 geborenen Anton M. wi- der, dessen Vater Kommandant einer sowjetischen Einheit im Schottenhof Breitenlee im heutigen 22. Wiener Gemeindebezirk war: „Dazu kommt noch, dass nicht gerne darüber [die Beziehung seiner Mutter zum sowjetischen Besatzungsangehörigen] gesprochen wird. Da ja meine Mutter als Geliebte des Ivan anfänglich keinen guten Ruf hatte. Sie wurde dafür verantwortlich gemacht, dass einige Frauen, vor allem jüngere, in diesen Schottenhof einge- zogen wurden, um zu arbeiten. Dass sie damit aber für einige Familien die Möglichkeit schaffte, Lebensmittel und sonstige Vergünstigungen zu bekom- 181 OHI, Vera Ganswohl. Durchgeführt von Barbara Stelzl-Marx. Graz 5.8.2004; Stelzl-Marx, Freier und Befreier, S. 435. Abb. 71: Die Familie von Therese S. lehnte deren Verhältnis mit Nikolaj Sidorov ab. Die erst 17-Jährige verließ deswegen ihr burgenländisches Heimatdorf und zog mit dem Besatzungssoldaten an den Ort seiner Stationierung. Nachdem er 1950 aus Öster- reich abgezogen war, konnte er noch eine Zeit lang Briefe aus der Sowjetunion – auch an die gemeinsame Tochter – senden. (Quelle: Sammlung Stelzl-Marx, Bestand Ganswohl)
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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