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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Seite - 519 -
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2. Liebesbeziehungen und ihre Folgen 519 man – freilich häufig umsonst – Offiziere und Soldaten darauf hin, dass Ver- bindungen mit Ausländerinnen generell „unerwünscht“ waren.188 „Es war verboten, doch trotzdem gab es sie [Liebesbeziehungen]. Aber sehr viele Soldaten und Offiziere wandten sich an die Truppenführung, um eine österreichische Frau mitzunehmen, zu heiraten. Aber das war damals nicht üblich, wissen Sie. Es gab bei uns so einen Vorhang, es war nicht er- laubt. Man sagte ihnen: ‚Denke nicht, warte nicht, bis man dich in eine Straf- division versetzt oder in ein Gefängnis mit Schande.‘ Es war verboten, nicht erlaubt, aber trotzdem gab es diese Verbindungen und Kinder wurden ge- boren und sogar von Offizieren und höheren und all das gab es. Das war das Leben. Das war die Jugend“,189 erinnert sich Valentina Kurilina. Die skeptische Haltung der sowjetischen Seite gibt auch der damalige Agi- tator der Politabteilung, Ivan Roščin, wieder, der in seiner Rolle als Vorbild für die Truppen angeblich keine Beziehung einging: „Die Mädchen, die Ös- terreicherinnen, [mochten] uns sehr. Sie umarmten und küssten uns öffent- lich. Nun, wir fürchteten uns natürlich vor dieser Liebe. So. Warum fürch- teten wir uns? Es gab damals Spione. Aus solchen Überlegungen heraus. Annäherung. Obwohl es natürlich Fälle gab, dass sich unsere, einige, mit der 188 CAMO, F. 3415, op. 1, d. 102, S. 35, Befehl des stv. Leiters der Politabteilung der Front, Oberst Katu- gin, an den Leiter der Politabteilung des 18. Panzerkorps, Garde-Oberst Šeleg, über das Verbot von Verbindungen der Militärangehörigen mit Frauen ausländischer Staaten, 28.4.1945. 189 OHI, Kurilina. Durchgeführt von Stelzl-Marx. Abb. 72: Der erste Stadtkommandant von Leoben, Šurupov, konnte seine österrei- chische Freundin heiraten und mit ihr in der Ukraine leben. Er stellte somit eine große Ausnahme dar. (Quelle: AdBIK, Sammlung Šurupova)
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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