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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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3. Besatzungskinder 551 ausfindig machen.304 Die Geburt seines Sohnes hatte er durch einen Kame- raden in Erfahrung bringen können, der in seinem Auftrag Romana besucht und „Klein Pavel“ gesehen hatte. Er hatte Österreich ein halbes Jahr zuvor verlassen, ohne sich von seiner hochschwangeren Freundin zu verabschie- den. Bereits im Vorfeld hatte ihm ein Vorgesetzter mitgeteilt: „Du kannst heiraten – wenn du nach Sibirien willst. Und wenn du in Österreich bleibst, kommst du vor ein Militärtribunal.“305 Während der Sowjetära hatte er keine Möglichkeit gesehen, den abrupt abgerissenen Kontakt wieder aufzunehmen. Außerdem war seine spätere Frau stets auf die „erste Liebe“ seines Lebens eifersüchtig gewesen. Unterstützung erfuhr er schließlich durch seinen Sohn Anatolij Denisov: „Wir wussten seit Langem, dass mein Vater einen Sohn in Österreich hat. Es gibt ein Foto, als Gerhard sechs Monate alt war. Vor fünf Jahren sah mein Vater die Fernsehsendung [„Ždi menja“] und hatte die Hoffnung, dass er so seinen Sohn finden könnte. Die Beziehung in Baden war seine erste Liebe, damals war er 26 Jahre alt“,306 erinnert sich dieser. 304 Elena Rogatkina, Elektronische Nachricht an Barbara Stelzl-Marx. 29.4.2005. 305 Ju. Budinajte et al., Ždi menja. Ėnciklopedija čeloveceskich sudeb. Predislovie S. Kušnereva. Mos- kau 2006, S. 142. 306 Markus Foschum, „Ich erbe eine russische Familie“. „Besatzungskind“ traf nach 58 Jahren erstmals Vater und Verwandtschaft, in: Kurier, 18.8.2006, S. 11. Abb. 79: Pavel Denisov begab sich mit über 80 Jahren auf die Suche nach seiner ehemaligen öster- reichischen Freundin und dem gemeinsamen Sohn, den er nie gesehen hatte. (Quelle: Sammlung Stelzl-Marx, Bestand Steinmetz)
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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