Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Seite - 558 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 558 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Bild der Seite - 558 -

Bild der Seite - 558 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Text der Seite - 558 -

II. Vergewaltigungen, Beziehungen, Kinder 558 reich gab: „Das wäre nämlich leicht möglich, denn meine Tante, die Schwes- ter von Aleksandr Ivanovič, erzählte, dass mein Vater eine Lebensgefährtin in Österreich gehabt hatte, an die er häufig in der Nachkriegszeit gedacht hatte.”329 Die Zahl jener ehemaligen sowjetischen Besatzungssoldaten, die nach ihrem Abzug aus Österreich mit ihrem Kind in Verbindung treten konnten, dürf- te überschaubar sein. Manche wussten nichts von der Existenz eines „öster- reichischen“ Nachkommens und erinnern sich lediglich an eine romantisch verklärte Zeit im Westen. Andere verspürten zunächst zu große Angst vor möglichen Repressalien (oder auch Ablehnung innerhalb ihrer Familie und Umgebung) und verloren danach die Hoffnung, dass eine mögliche Suche er- folgreich sein könnte. Wieder andere scheiterten bei ihren Nachforschungen, die sie über verschiedene Kanäle in die Wege geleitet hatten. Der häufig zu beobachtende Umstand, dass (einstige) Verbindungen zwi- schen Österreicherinnen und Besatzungsangehörigen geheim gehalten wur- den und werden, bedeutet natürlich keineswegs, dass diese nicht existierten. Dabei fiel es den im Ausland stationierten Männern ungleich leichter, nach ihrer Heimkehr derartige Liebesbeziehungen und daraus entstandene Kin- der zu verheimlichen, als den betroffenen Frauen, die der sozialen Kontrol- le ihrer Umgebung in einem weitaus größeren Ausmaß ausgesetzt waren.330 Selbst mehr als ein halbes Jahrhundert nach Ende der Besatzung reichen die Spuren dieser – sowohl freiwilligen als auch zwangsweisen – Verbindungen über mehrere Generationen und über die geografischen Grenzen Österreichs hinaus. 329 Igor’ Krečet, Elektronische Nachricht an Barbara Stelzl-Marx. 30.3.2008. 330 Bauer – Huber, Sexual Encounters across (Former) Enemy Borderlines, S. 93.
zurück zum  Buch Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955"
Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Stalins Soldaten in Österreich