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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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1. Sowjetischer Alltag in Österreich 581 Kommandanturen im Burgenland Mitte Jänner 1948 insgesamt 17 Angehö- rige gemeinsam mit den „Familienoberhäuptern“: darunter drei Angehörige von Offizieren der Landeskommandantur für das Burgenland in Eisenstadt, sieben Angehörige von Offizieren der Kommandantur Eisenstadt (darun- ter vier Kleinkinder), fünf Angehörige von Offizieren der Kommandantur Oberwart (darunter zwei Kleinkinder) sowie die Frau und ein Kind eines Of- fiziers der Kommandantur Güssing.82 Zum Zeitpunkt des Abzugs der Trup- pen 1955 befanden sich insgesamt 7590 Offiziersfamilien in der sowjetischen Besatzungszone. Die Gesamtzahl der Armeeangehörigen, darunter auch die Mannschaftsränge, belief sich zur selben Zeit auf knapp 40.000 Personen.83 Häufig begleiteten die Offiziersfrauen ihre Männer nur für einen Teil ihrer Stationierung nach Österreich. Hier gingen sie vielfach keiner Berufstätigkeit nach, sondern kümmerten sich um Haushalt und Kinder. Von 150 Familien, deren Mitglieder im April 1948 als militärische und zivile Bedienstete bei der SČSK, der USIA, der SMV, in Schulen oder im Krankenhaus in Österreich arbeiteten, waren die weiblichen Angehörigen mehrheitlich nicht beschäf- tigt – trotz ihrer Ausbildung als Lehrerinnen, Sekretärinnen, Verkäuferinnen oder Ärztinnen. Die Zahl der „arbeitenden Ehefrauen“ belief sich insgesamt auf acht. Zehn der 150 Familien waren kinderlos, die übrigen hatten Kinder im Vorschul- oder schulpflichtigen Alter. Unberücksichtigt blieben in dieser Statistik 14 Familien, deren „[weibliches] Oberhaupt im Apparat der Alliier- ten Kommission beschäftigte Mütter“ waren. Nur zwei dieser Frauen wurden entweder von einem Ehepartner oder einem Kind begleitet.84 Auch für Frauen gab es politische Fortbildungen. So leitete etwa Julija Stroiteleva, die bei der SČSK unter anderem für die Rezensionen russischer Schulbücher zuständig war, einen eigenen Kreis von Frauen der SČSK- Mitarbeiter. 1948 studierten sie den „Kurzen Lehrgang der Geschichte der VKP(b)“.85 82 CAMO, F. Berndorf, op. 315698s, d. 7, S. 2, Bericht des Militärkommandanten für das Burgenland, Oberstleutnant Varlamov, über die Anzahl von Familienmitgliedern von Offizieren der Militär- kommandanturen im Burgenland, 20.1.1948. 83 CAMO, F. 275, op. 140920s, d. 7, S. 145–156, Bericht des Oberkommandos der CGV an den Chef des Generalstabes, Sokolovskij, und den Chef des Hauptstabes der Landstreitkräfte, Malandin, über den Abzug der sowjetischen Truppen aus Österreich, 24.9.1955. Abgedruckt in: Karner – Stelzl-Marx – Tschubarjan, Die Rote Armee in Österreich, Dok. Nr. 188. Siehe dazu auch das Kapitel A.II.3.4 „Ab- schied von Österreich: Truppenabzug und Auflösung der Kommandanturen“ in diesem Band. 84 RGASPI, F. 17, op. 127, d. 1720, S. 84, Bericht des Leiters der Personalabteilung der SČSK, Major Golovač, über die Zahl der Familienmitglieder der militärischen und zivilen Bediensteten der SČSK, 5.4.1948. Abgedruckt in: Karner – Stelzl-Marx – Tschubarjan, Die Rote Armee in Österreich, Dok. Nr. 76. 85 RGASPI, F. 17, op. 127, d. 1720, S. 85–106, hier: S. 104, Bericht des Leiters der Kaderabteilung der SČSK, Major Golovač, über die Mitarbeiter der Informationsabteilung der SČSK, [April 1948].
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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