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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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2. Freizeit, Erholung, Urlaub 605 Regelmäßig bot das „Haus der Offiziere“ zudem Programme für die in Ös- terreich lebenden Frauen und Kinder sowjetischer Offiziere an. Selbst noch im Juni 1955 wurden Offiziersfrauen zu einem Treffen mit Österreicherinnen – „progressiven Funktionärinnen“ – eingeladen. Am selben Tag lief für Kin- der ein beliebter sowjetischer Spielfilm. Wie sehr es sich dabei um eine exter- ritoriale Einrichtung handelte, geht auch aus den Zeitangaben hervor: Man richtete sich nach der Moskauer Zeit – mit einer Zeitverschiebung von zwei Stunden.178 Kinderfilme begannen in der Regel um 17 Uhr.179 Den Schülerinnen und Schülern der sowjetischen Mittelschule in Wien kam das Filmprogramm ebenfalls zugute. Ende November 1946 besuchten sie etwa eine Aufführung von „Der Regimentssohn“ und besprachen im An- schluss den Film.180 Wie die Diskussionsrunde mit den „progressiven“, sprich kommunisti- schen, österreichischen Funktionärinnen zeigt, waren die Offiziersgattinnen möglichst intensiv in das angebotene politisch-ideologische Programm ein- zubinden. Den Frauen fiel dabei die Rolle zu, die „sowjetische Familie als un- einnehmbare Festung gegen den bourgeoisen Einfluss“ zusammenzuhalten. Daher war nicht nur ihre ideologische Schulung essenziell, sondern auch ihre Rolle bei der „Erziehung der Kinder im Geist der kommunistischen Moral“. Auf Versammlungen von Frauen der in Österreich stationierten sowjetischen Offiziere setzten sie sich gemeinsam mit Vortragenden mit der „Erziehung sowjetischer Menschen“ auseinander. Als verbesserungswürdig galten die „Entwicklung der ideologischen Arbeit unter Frauen von Offizieren“, die ein- schlägige Schulung der Kinder sowie die Arbeit des „Hauses der Offiziere“ in Wien.181 Dies korrespondierte mit der – zumindest von Funktionären der VKP(b) – festgelegten „Hauptaufgabe“ des „Hauses der Offiziere“: Es sollte als „Zen- trum der kulturell-erzieherischen Arbeit und als Vermittler der sowjetischen, kommunistischen Ideologie“ dienen. Unterstützung hatten ihm die unter- schiedlichen Politorgane und Parteiorganisationen der sowjetischen Trup- pen in Österreich zu erweisen.182 Die „hohe Bedeutung der kommunistischen Erziehung“ ergab sich insbesondere aus den „ausländischen Bedingungen“, welche die hier eingesetzten Militärangehörigen mit einer „fremden, uns feindlichen Ideologie“ konfrontieren würden. „Deswegen“, so lautete die Er- klärung, müssten die „Häuser der Offiziere der sowjetischen militärischen 178 Segodnja v Dome oficerov, in: Za čest’ Rodiny, 16.6.1955, S. 8. 179 Vgl. dazu etwa auch: Segodnja v Dome oficerov, in: Za čest’ Rodiny, 28.7.1955, S. 8. 180 Prosmotr kinofil’ma „Syn polka“, in: Za čest’ Rodiny, 26.11.1946, S. 2. 181 Sobranie žen oficerov Venskogo garnizona, in: Za čest’ Rodiny, 25.10.1946, S. 1. 182 Kommunističeskoe vospitanie – glavnaja zadača, in: Za čest’ Rodiny, 19.10.1946, S. 7.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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