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I. Bilder der
Besatzung634
Mediums.7 Als „Siegerfilme“ gedreht, vermittelten sie – leise bzw. oftmals
auch stumm, doch demonstrativ – Triumph, Stolz und stilles Heldentum.
1. Dokumentarfilme
1.1 Zentrales Dokumentarfilmstudio CSDF
Das Gros der sowjetischen Dokumentarfilme über das Kriegsende in Öster-
reich und die folgende zehnjährige Besatzungszeit entstand im Auftrag des
Zentralen Dokumentarfilmstudios der UdSSR (CSDF), dem größten derarti-
gen sowjetischen Filmstudio.8 Die im Frühjahr 1945 eigens nach Österreich
entsandten Filmkorrespondenten drehten unter anderem kurze Stummfilme,
die einzelne Kriegsereignisse9 oder Episoden der Nachkriegszeit festhielten.
Andere Filme wurden hingegen aufwendiger konzipiert und auch vertont.
Sie entstanden etwa anlässlich des zehn-10 und 20-jährigen11 Jubiläums der
Befreiung Wiens oder der Unterzeichnung des Staatsvertrages.12
Ungeachtet ihrer jeweiligen Spezifik finden sich im Großteil der Filme
wiederkehrende Sujets, die den Status des sowjetischen Films als ideologie-
bildendes und -prägendes Medium verdeutlichen.13 Sie sind der Tradition
der Dokumentarfilme der Stalinzeit verhaftet, nach der dieses Genre nicht
„personifizieren“, das heißt nicht über einzelne Menschen, sondern ledig-
7 Manuel Köppen, Das Entsetzen des Beobachters. Krieg und Medien im 19. und 20. Jahrhundert.
Heidelberg 2005, S. 1.
8 Herrn Doz. Dr. Bogdan Musial und Herrn Dr. Andrej Zamojskij danke ich herzlich für ihre Unter-
stützung bei den Recherchen im RGAKFD, Krasnogorsk. Um bei der folgenden Lektüre eine Ein-
ordnung der erwähnten Filme zu erleichtern, werden die russischen Titel in deutscher Übersetzung
angeführt. Bei der ersten Nennung des Films finden sich in der Fußnote Angaben zur Archivquelle,
der russische Originaltitel, das Produktionsjahr, der Name des Studios und – falls vorhanden – der
Name des Regisseurs und Kameramannes sowie die Länge des Films in Metern. Außerdem wird
darauf verwiesen, ob es sich um einen Farb- oder Schwarz-Weiß-Film und Ton- oder Stummfilm
handelt.
9 RGAKFD, Nr. 10927, Venskoe napravlenie (1945, CSDF, stumm, schwarz-weiß, Regie und Kamera:
Frolov, 146,4 m).
10 RGAKFD, Nr. 10274, Osvoboždenie Veny (1955, CSDF, vertont, schwarz-weiß, Regie und Kamera:
unbekannt, 274 m).
11 RGAKFD, Nr. 21211, Val’s svobody (1965, CSDF, 5 Teile vertont, schwarz-weiß, Regie und Kamera:
Anatolij Kološin, 1397 m).
12 RGAKFD, Nr. 15623, Podpisanie Gosudarstvennogo Dogovora o vosstanovlenii nezavisimoj i
demokratičeskoj Avstrii (1955, CSDF, vertont, schwarz-weiß, Regie: I. Kopalin, Kamera: Anatolij
Kološin, 228,4 m); RGAKFD, Nr. 18069, Podpisanie Gosudarstvennogo Dogovora (1955, CSDF, 5
Teile, stumm, schwarz-weiß, Regie: I. Kopalin, Kamera: Anatolij Kološin, 1011 m).
13 Anderson et al., Kreml’evskij kinoteatr.
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Stalins Soldaten in Österreich
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Stalins Soldaten in Österreich
- Untertitel
- Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
- Autor
- Barbara Stelzl-Marx
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2012
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78700-6
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 874
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918