Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Seite - 740 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 740 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Bild der Seite - 740 -

Bild der Seite - 740 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Text der Seite - 740 -

III. Formen der Erinnerung740 se“, sondern als Individuen wahrgenommen wurden.181 Gleichzeitig entstand unter den Bedingungen des Kalten Krieges das Bedürfnis, die US-Amerika- ner zu „entlarven“, weswegen die Werke vielfach einen tendenziösen Cha- rakter aufweisen.182 Die „Schablonenhaftigkeit“ der sowjetischen Literatur über Österreich ist, wie die österreichische Slawistin Monika Reitinger betont, darauf zurückzuführen, dass die Autoren oft „nicht zu den begabten und be- kannten zählen“.183 Eine eigene Kategorie bilden die – meist autobiografischen – Erinnerungen von Militärangehörigen, die einen hohen Wahrheitsanspruch stellen. Ähnlich wie bei den Interviews gilt auch hier, dass die damaligen Erlebnisse durch das Prisma der vergangenen Jahre und Jahrzehnte gesehen werden. Selten liegen Erleben und Erinnern so nahe beieinander wie bei Major Boris Sluckij, der das Kriegsende in Österreich erlebte und gleichsam als Tagebucheintra- gungen zeitnah seine „Notizen über den Krieg“ verfasste. Publiziert wurden sie unter dem Titel „Über die anderen und über mich“ allerdings erst 60 Jahre später.184 Bekannt wurde Sluckij durch seine pathosfeindliche Kriegserinne- 181 Budnitskii, Germany, 1945, trough the Eyes of Soviet Intellectuals, S. 2. 182 Toper, Blick aus Moskau, S. 101. 183 Reitinger, Österreich in den Augen der Sowjetliteratur, S. 161. 184 Sluckij, O drugich i o sebe. Vgl. Budnitskii, Germany, 1945, trough the Eyes of Soviet Intellectuals, S. 2. Sluckij verfasste auch einige Gedichte in Wien, darunter „Den’ pobedy v Al’pach“. Vgl. Toper, Abb. 124: General-Oberst Nika- nor Zachvataev (in der Mitte des Bildes) führte mehrere berühmte sowjetische Schriftsteller, darun- ter Sergej Michalkov und Gabri- el El-Registan, die den Text der Hymne der Sowjetunion verfasst hatten, am 15. April 1945 durch das zerstörte Zentrum Wiens. (Quelle: ACMOV)
zurück zum  Buch Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955"
Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Stalins Soldaten in Österreich