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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Seite - 749 -
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3. Schriftliche Zeugnisse 749 sich nehmen wollte, fand sich nicht unter uns.“224 Erst nach Lebedenkos Begräbnis im Sommer 1956 empfand es Savenok als seine „Pflicht“, das Buchprojekt in Angriff zu nehmen. „Venskie vstreči“ erschien schließlich 1961 im Militärverlag des Ver- teidigungsministeriums der UdSSR in der Reihe „Kriegsmemoiren“.225 Das Buch wird als eine „bewegende Erzählung über die vielfältige Arbeit der sowjeti- schen Kommandantur in der Hauptstadt Österreichs, über die Schicksale und Gedanken der sowjetischen Menschen, die mit Ehre den Staatsdienst außer- halb der Grenzen des Heimatlandes leisten“, charakterisiert.226 Bezeichnenderweise betont Savenok den Wahrheitsgehalt seiner Schil- derungen: Er habe sich auf seine Tagebucheintragungen, Archivdokumente und „die Hilfe meiner Freunde und Mitarbeiter“ gestützt, da „natürlich eini- ge Details des Wiener Lebens dem Gedächtnis entfallen waren“. Mit Blago- datov, Travnikov und anderen „konkretisierte und überprüfte“ er die Erinne- rungen. Somit enthält das Buch nicht nur Ereignisse, die er selbst beobachtet hatte, sondern auch „eine Reihe von Episoden und Fakten, die Augenzeugen berichteten“. Die handelnden Personen des Buches seien nicht erfunden, nur in einigen Fällen habe er ihre Namen geändert, betont der Autor weiters.227 Zur Illustration dienen mehrere Fotos, die führende sowjetische Militärs, aber auch Wiener Alltagsszenen dokumentieren. Man könnte das Werk daher als reinen Dokumentationsbericht auffassen, doch spricht der Stil dagegen: Savenok versucht, viele Episoden literarisch zu verarbeiten, indem er sie ausschmückt, eigene Gefühle wiedergibt und häufig zum Stilmittel der direkten Rede greift.228 Zwar tritt der Autor als Icherzäh- 224 Savenok, Venskie vstreči, S. 3. 225 Ebd., S. 6. 226 Ebd., S. 2. 227 Ebd., S. 6. 228 Reitinger, Österreich in den Augen der Sowjetliteratur, S. 106. Abb. 126: Der ehemalige „Zampolit“ Grigorij Sa- venok schildert in „Venskie vstreči“ mit deutlich sowjetischem Unterton die Arbeit der sowjetischen Stadtkommandantur in Wien. Die 1961 erschienenen Memoiren gliedert die Welt in zwei Lager, deren Schwarz-Weiß-Zeichnung keinerlei Grauschattierung zulässt. (Quelle: Savenok, Venskie vstreči)
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Stalins Soldaten in Österreich
Untertitel
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Autor
Barbara Stelzl-Marx
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
874
Kategorien
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