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Bleibatterien, dann mit Natriumschwefelbatte-
rien, dann in der dritten Welle mit Lithium-Io-
nen-Technik. Warum haben sich diese Fahrzeuge
nicht etabliert? Der größte Hemmschuh war und
ist die funktionale Einschränkung, die Reich-
weite. Nur 100 Kilometer! Das hatte sich in den
Köpfen festgesetzt. Klar, es ist viel emotionaler,
einen Personenwagen für den Individualverkehr
zu entwickeln und auf die Straße zu bringen, als
ein Nutzfahrzeug. Aber wenn der Personenwagen
zu wenig Reichweite erreicht und zudem in der
Entwicklung viel zu teuer ist, sodass er nachher
auch für den Endverbraucher viel zu viel kostet,
dann muss man mit dem Denken mal neu anfan-
gen, oder?
Das war eine Notwendigkeit, die Sie sehr früh für
sich erkannt haben?
Dass jetzt, oh, Wunder, auch alle anderen
sagen: Oh, ja, das ist ja viel zu aufwendig an den
Privatkunden zu adressieren, das haben wir für uns
rechtzeitig erkannt. Wir haben gesehen, dass gerade
in kleineren, mittleren Flotten die effektiven Ein-
satzgebiete für ein Elektrofahrzeug sind. Das war ein
Learning. Der Privatkunde ist nämlich viel zu diffe-
renziert in seinen Wünschen. Und er will auch ein
paar hundert Kilometer fahren und dann sein E-Fahr-
zeug auch schnell wieder laden können. So weit ist
das Elektrofahrzeug für Otto-Normal-Fahrer eben
noch nicht. Aber es wird kommen. Der Flottenkunde –
Logistikdienstleister, kommunale Betriebe und ähn-
liche Unternehmen – dagegen fährt eben nur 40
Kilometer am Tag oder ein paar mehr. Und er kommt
auch abends meistens wieder in die gleiche Home-
Base und kann über Nacht laden.
Stichwort: Batterie-Kapazität?
Batterie-Kapazität und -Kosten. Solange
der Einzelne die 500 Kilometer nicht wirtschaft-
lich fahren und in zehn Minuten vollladen kann,
solange bleibt das E-Mobil ein Flottenthema für
den gewerblichen Kurzstreckeneinsatz. much more emotional to develop a passenger car
for private transportation and take it on the road
than a commercial vehicle. But if the range of the
passenger vehicle is limited and it is also much
too expensive to develop, so that the final product
costs way too much for the consumer, then you
have to go back to the drawing board, right?
That was a necessity that you recognized very
early on?
We have recognized this in time – and sur-
prise: others are seeing it now, too – that it is too
complicated to target the private customer. We
have seen that electric vehicle can be most effec-
tively used in small and medium fleets. This was
a learning curve. The desires of the private custo-
mer are far too differentiated. And he also wants
to drive a few hundred kilometers and then be able
to quickly recharge his electric vehicle. So far, the
electric vehicle is not yet for the average driver.
But it will get there. The fleet customer – logis-
tics service providers, municipal companies and
similar companies – on the other hand, only drive
around 40 kilometers a day. And he also returns in
the evenings to the same home base where he can
recharge overnight.
Keyword: battery capacity?
Battery capacity and cost. As long as the
individual cannot drive 500 kilometers econo-
mically and can fully charge in ten minutes, the
e-mobile will remain a fleet vehicle for commercial
short-haul.
Looking at electromobility overall. What is the
development capacity for private use?
There was a public hype at one point,
then there was much talk and little action; both
politically and on the part of the industry. It was
a disillusionment because everyone joined this
wave and promised that in three years we would
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