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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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6. EINEN LEBENSBERUF HABEN Die zweite Dimension des systematischen Vergleichs Die zweite Dimension der multiplen Korrespondenzanalyse beschreibt Bezugnahmen auf die zentrale Referenz des Musizierens als Lebensberuf. Musizieren als Lebens- beruf zu praktizieren stellte in dieser Dimension die legitimste Art zu musizieren dar (zur Bedeutung von Legitimität in dieser Untersuchung siehe Kapitel 4.3). Ob Musizieren ein Lebensberuf war oder nicht, wurde bestimmt nicht nur durch dessen Beschreibung, sondern auch durch die spezifische Art der Aneinanderreihung von Musiziertätigkeiten und vor allem durch eine Reihe von Auslassungen bestimmter Themen und Tätigkeiten in der lebensgeschichtlichen Erzählung. Dass Musizie- ren in den vorliegenden Erzählungen als Lebensberuf wahrgenommen wurde (von den LeserInnen als solcher werden sollte), war also zu einem guten Teil auch deren Gesamtaufbau geschuldet. Der konstruierte Charakter der Erzählungen ist hier noch offensichtlicher zu sehen als in der ersten Dimension. Weiter oben wurde bereits darauf hingewiesen, dass Berufsarbeit im unter- suchten Zeitraum für die Differenzierungen und Hierarchisierungen von Arbeit sehr wichtig war, ohne dass der Begriff Beruf eindeutig besetzt gewesen wäre.1 So erwähnen Alexander Mejstrik, Sigrid Wadauer und Thomas Buchner in einer noch keineswegs erschöpfenden Aufzählung neun verschiedene zeitgenössische Verwendungen von Beruf.2 Auch der zeitgenössische Sozialwissenschaftler Paul F. Lazarsfeld konnte keinen gemeinsamen Nenner für die unterschiedlichen Ver- wendungen finden: Wir können also nicht damit rechnen, konkrete Auskunft darüber zu bekommen, was im Einzelnen zur Arbeitsverrichtung noch dazu gehört, damit sie zum Komplex Berufs- arbeit wird. Aber wir können uns immerhin auf den Consensus omnium berufen, wenn wir annehmen, daß überhaupt noch etwas hinzukommt, und zwar sehr Wesentliches.3 Um diese Unklarheiten rund um den Beruf zu illustrieren, sollen exemplarisch zwei unterschiedliche Verwendungen dieses Begriffs beschrieben werden. Die eine war das Propagieren der gesellschaftlichen Bedeutung einer Arbeitstätigkeit und die Pflicht des/der Berufstätigen zur Einordnung in das gesellschaftliche Ganze. In 1 Siehe Kapitel 1.1. 2 Wadauer/Mejstrik/Buchner, editorial, 6. 3 Lazarsfeld, Jugend, 45. Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO. KG, WIEN KÖLN WEIMAR
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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