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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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diesem Sinne wurde Beruf vor allem von VertreterInnen sozialkonservativer Kreise sowie AnhängerInnen einer berufsständischen Ordnung gebraucht. Berufsarbeit wurde etwa definiert als die freie und willige Hingabe an eine übernommene Aufgabe und die innere Bereitschaft zum aufgetragenen Dienste  […], durch welchen die Berufsarbeit für die Gemeinschaft, aber auch für den Einzelnen erst vollen Wert bekommt.4 In Kontrast zur Berufsarbeit stand der „bloße Erwerb“: Erwerbsarbeit entspringt der Eigenliebe, verrechnet verstandesmäßig den Nutzen und Vorteil, sucht beim Mitmenschen nicht diesen, sondern den Nutzen, den man von ihm hat, kennt keine persönliche Hingabe in Treue und Liebe.5 Dieser Verwendung von Beruf lag die Unterscheidung von (guter) Vergesellschaftung und (schlechtem) Individualismus zugrunde. Einen Beruf zu erlernen und auszu- üben hieß, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, was sowohl dieser als auch dem/der Arbeitenden zugutekäme. Kennzeichnend für den Beruf wäre demnach u. a. die (gott- oder schicksalsgegebene) Eignung zu diesem sowie die kontinuierliche Bindung des Einzelnen an seinen Beruf. Hingegen zielte der in der Volkszählung von 1934 verwendete Berufsbegriff viel stärker auf die Bezeichnung der durch den Befragten  / die Befragte gegenwärtig ausgeübten Erwerbstätigkeit ab: Relevant war nicht, wer zum/zur MusikerIn geboren war, sondern wer gegenwärtig musizierte. Von dem/der Berufstätigen unterschieden wurde nicht der/die ErwerbsarbeiterIn, sondern der/die KonsumentIn: Es ist daher zunächst die Bevölkerung nach ihrem berufstätigen und nach dem noch nicht oder nicht mehr berufstätigen Teile auszugliedern, somit klar zu zeigen, welcher Teil der Bevölkerung in der Wirtschaft oder auf einem anderen geistigen, kulturellen oder staatspolitischen Betätigungsfeld wirksam ist und welcher Teil nur für den Verbrauch der erzeugten Güter und dargebotenen Dienstleistungen in Frage kommt.6 In dieser Verwendung war die kontinuierliche Bindung an eine Tätigkeit nicht nur von untergeordneter Bedeutung, sie konnte für eine ‚korrekte‘ Erfassung des Berufs- lebens geradezu zum Problem werden, wenn etwa „Berufe angegeben würden, auf 4 Messner, Ordnung, 10. 5 Oesterreichisches Kolpingsblatt (1934), Nr.  10, 114 – 115, hier 114. 6 Bundesamt für Statistik (Hg.), Ergebnisse. Bundesstaat Textheft, 12. Einen Lebensberuf haben 143
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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