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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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ebenso in einem Orchester der staatlichen Rundfunkanstalt RAVAG, das später in das Wiener Symphonieorchester umgewandelt wurde. Diese Aufzählung von Musi- zierstellen als Antwort auf die erste Frage der Interviewerin wurde in den folgenden Antworten noch um die Thematisierung verschiedener Musizierstile, Musikpro- gramme und Flötenmodelle sowie um einige Anekdoten zu seinen musikalischen Auftritten erweitert. Es war sicher auch den Fragen der Interviewerin geschuldet, dass Wanauseks Erzählung stets im Rahmen des Musikalischen blieb. Doch schon diese erste Aufzählung von Stellen zeigte den lebensgeschichtlichen Bezug auf den Lebensberuf des Musizierens. Entsprechend der Erfordernis des Nachweises, dass immer musiziert wurde, blieb diese Aufzählung vor allem auf den Ort und eventuell noch die Zeit der Auftritte beschränkt, ohne sie viel auszuschmücken: Da habe ich eben in Tanzkapellen usw. gespielt, später sind es dann Kinomusiken und Kaffeehausmusiken geworden  – und vor allem Kurorchester.  […] Ich habe im Krugerkino mit 4 Mann gespielt  […] Als Klavierspieler war ich anfangs auch tätig, in der Schweiz habe ich als Barpianist fungiert 90 Ein weiteres Schema, das sich in Wanauseks Erzählung findet, ist jenes des Auf- stiegs oder der Karriere. Wanausek stieg auf, er kam weiter. Summierte er seine Tätigkeiten als Kaffeehaus- und Kinomusiker unter „bewegte Anfänge“ 91 (was bereits auf ein anderes, tendenziell besser gestelltes Musizieren hinwies), so beschrieb er auch seine letzte Stelle vor 1938 beim Wiener Symphonieorchester unter diesem Vorzeichen: „[…] und ich habe eine Stelle bekommen  – als vierter Flötist. Und ein Jahr später war ich erster Flötist.  […] Das ist immer weiter aufwärts gegangen bis zum Krieg.“ 92 Kamillo Wanauseks Erzählung kann als exemplarische Berufsbiografie gelten. Für unsere Fragestellung ist es dabei letztlich unerheblich, welchen Anteil die Fragen der Interviewerin an der Strukturierung der Erzählung hatten. Wichtig ist, dass die produzierte Erzählung Kamillo Wanausek nahe an der Referenz des Berufes positio- nierte. Ebenso aussagekräftig wie die oben beschriebenen Aussagen sind Wanauseks Auslassungen  – etwa über seine nicht- musikalische Ausbildung, Geschwister, Freizeit, andere Unterhalte u. a. Auch sie waren notwendig, um die Berufsbiografie zu erzeugen. 90 Ebd. 91 Ebd. 92 Ebd. Beruf erzählen: Exemplarische Lebensgeschichten 167
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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