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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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Auch der Verdienst für Musizieren auf der Wanderschaft wurde nach diesen Prin- zipien gehandelt: „Daraufhin spielten und sangen wir und hatten Applaus und bekamen zu trinken und nochmals zu essen; zum Schluß erklärte uns der Wirt, daß wir kostenlos über Nacht bleiben konnten.“ 105 „Wir setzten uns auf eine Bank vor dem Polizeigebäude und spielten einige Lieder. Da öffneten sich die Fenster und die Leute warfen in Papier eingewickelte kleine Geldbe- träge herunter.“ 106 Neben der informellen Art des Verdienstes und dem als zufällig dargestellten Zustan- dekommens des Musizierens sind die örtlichen Verhältnisse, in denen Gierer musi- zierte, aufschlussreich. Gierer spielte vor allem im öffentlichen Raum (auf Straßen und Plätzen) und in Gasthäusern. Diese zu seiner Zeit oft mit einem niedrigen musikalischen Niveau in Verbindung gebrachten Orte galten als Auftrittsorte für Musizierende, die „eigentlich“ keine MusikerInnen waren. Insgesamt wird in Gierers Darstellung das Schema des Gelegenheitsmusizierens 107 deutlich: Musizieren, das sich so ergab und nicht geplant wurde, dessen Entgelt nicht formal festgelegt war, sondern spontan ausgehandelt wurde, und das in seiner Gesamtheit aus dem/der Musizierenden keinen/keine BerufsmusikerIn machte, sondern jemanden, der unter anderem auch musizierte. 105 Dies., 25. 106 Dies., 27. 107 Vgl. z. B. Vorarlberger Landesarchiv, Bezirkshauptmannschaft Bludenz I, II-1934/Zl.  2.348, Bezirkshauptmannschaft Bludenz, Kapellmeister- und Musikerverordnung, Beschwerden über deren Durchführung, 29.  November 1934: „handelte es sich um eine offenbare Gelegen- heitsmusik“; Verordnung der Bundesregierung vom 28.  Dezember 1933, BGBl Nr.4, über die Ausübung des Kapellmeister- und des Musikerberufes (Kapellmeister- und Musikerverord- nung), §15: „…findet keine Anwendung auf Gelegenheitsmusiker in herkömmlichen Heuri- genschenken“. In einer Fassung der geplanten Musikkammer sollten ausübende MusikerInnen als Hauptberufs-, Nebenberufs- und erwerbstätige GelegenheitsmusikerInnen kategorisiert werden (Zwittkovits, Amateurmusik, 572). Beruf erzählen: Exemplarische Lebensgeschichten 171
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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