Seite - 175 - in Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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Musik als Sinn des Lebens, keinesfalls als Mittel zum Erreichen anderer Ziele
– so
kann die Orientierung des ernsthaften Studiums kurz beschrieben werden. Nicht-
musikalische Erlebnisse und Tätigkeiten hatten in diesen musikalischen Lebenserzäh-
lungen bestenfalls am Rande Platz. Mit dem Begriff des Studiums als Benennung
dieser Orientierung ist allerdings keinesfalls der formelle Begriff des Studiums, also
das Erlernen der Musik an einer Hochschule oder Akademie, gemeint (auch wenn
diese Form der Ausbildung eine wichtige Rolle für das ernsthafte Studium spielte).
Vielmehr soll diese Formulierung den Fokus der Erzählungen auf kontinuierliches
Lernen und die stetige Verbesserung der eigenen Fähigkeiten betonen.
Ernsthaftes Studium bezog sich positiv auf die Referenz der Kunst. Obwohl
potenziell auch das ernsthafte Studium der Unterhaltungs- oder der Volksmusik
denkbar ist, findet sich diese Kombination in den Erzählungen der Musizierenden
nicht. Dazu trug nicht nur die verbreitete Charakterisierung von Kunst als Beru-
fung bei, der das restliche Leben untergeordnet wurde.4 Auch das Verständnis von
4 Vgl. Zembylas, Kunst, 105: „Für lange Zeit galt diese Haltung als Berufsethos: Kunst wurde als
innere Berufung dargestellt. Die Bereitschaft zu materiellen Opfern und asketischem Dasein
Abbildung 24: Primäre Fläche. Ausschnitt der Dominanz. Modalitäten und Fälle mit überdurch-
schnittlichem cos2 in Extrempositionen
Fett = Fälle () = keine Erwähnung der Modalität “ “ = wörtliche Verwendung der Modalität
Abgrenzung Stil keine anderen Arbeiten
Aufstieg
Auftritt_AuslandAusbildung
vor Publikum "Beruf" (andere Berufsausbildung)
Berufung Berühmte
erwähntKonzertbesuch
OpernbesuchTheaterbesuch
Beurteilung
MusikEinzelFreude
Herkunft Ausland
"interpretieren"
Konservatorium
"Konzert"Konzertsaal
"Künstl r" Kunstmusik
Mühe
"Stelle"
"Studium"
Musiziertechnik
Thema Kunst Unterricht geben Organisation
Vergleich Fähigkeit
"Virtuose"/"Star" Vorschau werden wollen
Maria Jeritza
Artur Schnabel
Paul Grümmer
Frau V.
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Das ernsthafte Studium der Musik: Dominanz 175
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Über die Produktion von Tönen
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
- Titel
- Über die Produktion von Tönen
- Untertitel
- Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
- Autor
- Georg Schinko
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20802-0
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 310
- Schlagwörter
- Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
- Kategorie
- Kunst und Kultur