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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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Damit wurde der bereits bestehenden Legitimität dieser Musizierform Rechnung getragen wie auch das ernsthafte Musizieren weiter gestärkt und staatlich beglaubigt. Frühere Entwicklungen, die das ernsthafte Musizieren legitimierten, sind im späten 18.  Jahrhundert zu finden. Die Konstitution „ernster“ Kunstmusik als eigenständige Musikform zu dieser Zeit stellte nicht nur eine Begründung des Anspruches dar, sich in die Musik zu vertiefen. Sie führte auch zu Anforderungen an die Musik, die es logisch erscheinen ließen, sie vor allem von „accomplished professionals“ 7 und nicht mehr von jenen, die Musik nebenbei betrieben, spielen zu lassen. Auch die Entstehung einer kunstmusikalischen Massenkultur mit groß angelegten Orchesterkonzerten und professioneller Vermarktung seit der Mitte des 19.  Jahr- hunderts bildete eine Grundlage für die Verknüpfung von Kunst und Beruf.8 War zu Beginn des 19.  Jahrhunderts der Liebhaber oder Dilettant vor allem in Wien noch ein Ideal musikalischen Künstlertums gewesen, so schien es ein Jahrhundert später unumstritten, dass echte Kunst nur von professionellen Musizierenden produziert werden könne. Exemplarisch dafür war die Entkoppelung der Mitgliedschaft im Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien  – zu der Zeit eines der wich- tigsten Orchester Wiens  – vom Amateurstatus der Musizierenden 1848. Auch die materiellen Ressourcen für professionelles Künstlertum veränderten sich. Die zunehmende Verwendung von Musik als Mittel der Erbauung und zur Markierung sozialer Unterschiede durch das Bürgertum seit dem 18.  Jahrhundert vervielfältigten die Möglichkeiten, von Kunstmusik zu leben, ebenso wie die stark expandierende Förderung von Kunstmusik durch den Staat seit dem späten 19.  Jahr- hundert. Sie waren damit Voraussetzung dafür, dass eine Orientierung wie das ernst- hafte Studium überhaupt für mehr als nur einige wenige Musizierende denkbar und handlungsleitend wurde. Im Laufe der Zwischenkriegszeit blieb die Legitimität ernsthaften Musizierens weitgehend unberührt. Konflikte entstanden vor allem im Zuge der Einbeziehung von Künstlern in sozialversicherungs- und arbeitsrechtliche Maßnahmen. Die Novelle zum Pensionsversicherungsgesetz 1914 verknüpfte den Angestelltenstatus u. a. mit der „Ausübung der freien Künste“,9 während sowohl das Schauspielergesetz von 1922 als auch das Inlandarbeiterschutzgesetz von 1925 „künstlerische Dienste“ als Unterscheidungsmerkmal festsetzten.10 Diese zunehmenden Versuche, ernsthaftes 7 Gramit, Serious, 97. 8 Weber, Mass Culture. 9 Kaiserliche Verordnung vom 25.  Juni 1914 betreffend die Pensionsversicherung von Ange- stellten, §1, 3, b). 10 Bundesgesetz vom 13.  Juli 1922 über den Bühnendienstvertrag (Schauspielergesetz), §1, 1); Bundesgesetz vom 19.  Dezember 1925, BGBl Nr.  457, über die zeitweilige Beschränkung der Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO. KG, WIEN KÖLN WEIMAR Durch Musik ein Fortkommen finden178
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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