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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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erklärt werden,76 die entlang der Orientierung des populären Erfolgs am extremsten orientierte Position ein (siehe Abbildung 23 zu Beginn dieses Kapitels). Sie reprä- sentiert daher am besten die Erzählungen dieser Musizierenden. Slezaks Lebensge- schichte wird aus zwei seiner Erzählungen konstruiert: aus seiner 1948 publizierten Erzählung „Mein Lebensmärchen“ (207 Seiten) sowie seiner 1925 publizierten  – nur wenig chronologischen  – Erzählung „Meine sämtlichen Werke“ (160 Seiten). Leo Slezak wurde 1873 in Mährisch- Schönberg (Mähren, Gebiet der Habsburger- monarchie) geboren. Als Sohn eines Müllers verbrachte er seine Kindheit in schwie- rigen materiellen Verhältnissen, bevor er Opernsänger wurde und an vielen Bühnen Europas und Amerikas  – unter anderem auch an der Wiener Hof- bzw. Staatsoper  – auftrat. Schon die Einleitung zu den „Sämtlichen Werken“ zeigt an, dass hier ein Mensch schrieb, den man kennen musste: „Man sagte mir: ‚Sie müssen ein Buch schreiben!  […] ein Mensch in Ihrer Stellung muß einmal ein Buch geschrieben haben.‘“ 77 Auch der einseitige Anhang „Gedrängter Lebenslauf für das Konversations- Lexikon“ 78 spielte mit der Tatsache, dass wohl jeder/jede LeserIn bereits wusste, wer Leo Slezak war. Slezaks Erzählungen wurden damit als Lebensgeschichten konno- tiert, deren Wert weniger in der Bereitstellung der einfachen Lebensdaten lag  – eben kein „gedrängter Lebenslauf“  –, sondern vielmehr in (anekdotischen) Einblicken in die Welt der Berühmtheiten. Erfolg und Bekanntheit standen natürlich nicht am Beginn der Lebensgeschichte Slezaks. Die paradigmatische Figur des Aufstiegs wurde von ihm schon ganz am Anfang der „Sämtlichen Werke“ initiiert: „Kinder- jahre. Sie waren traurig.  – Not und Elend, soweit ich zurückdenken kann. Mutter Sorge stand an meiner Wiege, bis zu dem Augenblick, da mich ein gütiges Geschick meinem geliebten Lehrer Robinson zuführte, der meine Stimme erkannte.“ 79 Auch die Beschreibung des ersten Verdienens von Unterhalt fügte sich in die finanziell triste Darstellung von Kindheit und Jugend ein: Freudlos wie meine Kindheit ließ sich auch das Jünglingsalter an. Von sechs Uhr früh bis sechs Uhr abend am Schraubstock, in harter, schwerer Arbeit.  – Als Löhnung ein paar Kreuzer, daheim Not und Sorge, denn es fehlte das Nötigste. Meine arme liebe Mutter immer über die Stickerei gebeugt. Ich mußte, um noch ein weniges hinzuzuverdienen, die halben Nächte Laubsägearbeiten machen  […] In all dem düstern Grau in Grau verklärten meine Theaterpläne unser trauriges Leben.80 76 Die primäre Fläche erklärt 34  Prozent (cos2) der Erzählung. 77 Slezak, Werke, 7. 78 Ebd., 160. 79 Ebd., 8. 80 Ebd., 11. Populärer Erfolg mit Musik: Prätention 199
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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