Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Tourismus und Klimawandel
Seite - (000188) -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - (000188) - in Tourismus und Klimawandel

Bild der Seite - (000188) -

Bild der Seite - (000188) - in Tourismus und Klimawandel

Text der Seite - (000188) -

10.1 Allgemeine Entwicklung und Trends Die Durchführung touristischer Großveranstaltungen führt nicht nur zu erhöhten CO2-Emissionen in Österreich (APCC 2014), sondern ist selbst vom Klimawandel betroffen, wenn etwa Hitzetage im Sommer den Erlebniswert einer Outdoor- veranstaltung beeinträchtigen, Unwettergeschehen zu Ab- sagen führen oder Wintersportveranstaltungen aufgrund von Schneemangel gefährdet sind. Veranstaltungen im Bereich von Kultur und Sport verspre- chen nicht nur ein einmaliges Erlebnis von hohem Unterhal- tungswert, sondern werden seit Langem auch mit einem re- gionalwirtschaftlichen Nutzen verbunden. Dieser ergibt sich dadurch, dass vor allem Veranstaltungen von überregionaler Reichweite als Möglichkeit zur Entwicklung touristischer Destinationen gesehen werden (UNWTO 2017). Dabei werden die Veranstaltungen (wie z. B. das tradi- tionelle Hahnenkammrennen in Kitzbühel) als Marketing- instrumente eingesetzt und sind neben klassischen Werbe- materialien (wie Printmedien, TV- oder Radiowerbespots) ein wichtiger Bestandteil von Markenbildung und Branding für Unternehmen und auch für touristische Destinationen. So- genanntes Eventmarketing beschreibt die umfassende Pla- nung, Steuerung und Kontrolle von Maßnahmen, die darauf abzielen, der adressierten Person Erlebnisse zu vermitteln, die bei dieser zu einer positiven Verankerung von Anliegen des Veranstalters (z. B. Unternehmen, Stadt) und ggf. positi- ven Einstellungsänderungen oder Handlungen führen sollen (Müller 2002). Das Wesen von Veranstaltungen hat sich dabei stark ver- ändert: Standen früher etwa bei Sportgroßveranstaltungen sportliche Aspekte, also Wettkampf und sportliche Leistun- gen, im Mittelpunkt, sind heute Musik- oder Tanzveranstal- tungen bzw. gesellschaftliche Events als Rahmenprogramm unerlässlich. Dabei ist über die eigentliche Veranstaltung, die TV-Übertragungen oder auch Public Viewing hinaus ein Trend zu einer räumlichen und zeitlichen Ausdehnung fest- zustellen. Daher ist auch das Zielpublikum weiter zu fassen als die Zuseherinnen und Zuseher, die vor Ort am Event teil- nehmen. Die Literaturanalyse zeigt, dass Veranstaltungen einen viel- fältigen wirtschaftlichen Nutzen für einen Veranstaltungsort erwarten lassen (Getz 2008, 2012; Baptista Alves et al. 2010; Auld et al. 2011; Getz und Page 2016). So ziehen Veranstal- tungen Gäste an, deren veranstaltungsbezogene Ausgaben mit einem ökonomischen Nutzen für die Destination verbunden sind (direkter touristischer Nutzen). Veranstaltungen können darüber hinaus das Image einer Region positiv beeinflussen und zur Markenbildung beitragen (was wiederum einen län- gerfristigen touristischen Nutzen mit sich bringen kann), die Lebensqualität einer Stadt/Region/Destination verbessern und ihre Attraktivität für Investoren erhöhen. Die mit Veranstal- tungen verbundenen Infrastrukturinvestitionen können in weiterer Folge zur städtischen Erneuerung beitragen. Weitere Effekte und entsprechende Referenzen aus der Literatur wer- den in Jago et al. (2010) genannt: etwa „Lokalstolz“, erhöhte sportliche Betätigung der Bevölkerung und sogar ein positiver Einfluss auf das Umweltbewusstsein. Gleichzeitig werden bei Jago et al. (2010) aber auch potenzielle Nachteile genannt, die aus Veranstaltungen erwachsen können. Darunter fallen Preiserhöhungen (für Dienstleistungen, Wohnen etc.), Lärm, Verkehrsüberlastungen, Überforderung der lokalen Bevölke- rung, negative Umweltfolgen etc. Auch im engeren touristi- schen Sinn ist zu erwähnen, dass Veranstaltungen mit nicht unerheblichen Verdrängungseffekten verbunden sein können, etwa wenn Gäste eine Destination wegen einer Veranstaltung meiden. Gründe dafür können eventinduzierte Preiserhöhun- gen sein, aber auch Angebotseinschränkung (z. B. Sperre von Skipisten für die Öffentlichkeit bei Austragung alpiner Be- werbe) oder die Sorge, dass eine Destination zu Veranstal- tungszeiten „überfüllt“ sein könnte. Xing und Chalip (2006) sowie auch Brown et al. (2016) weisen zudem darauf hin, 10 179 © Der/die Autor(en) 2021 U. Pröbstl-Haider, D. Lund-Durlacher, M. Olefs, F. Prettenthaler (Hrsg.), Tourismus und Klimawandel, https://doi.org/10.1007/978-3-662-61522-5_10 Festivals, kulturelle Events, Großveranstaltungen, Sportgroßveranstaltungen und Lifestyle Events Coordinating Lead Authors (CLAs) Oliver Fritz Lead Authors (LAs) Oliver Fritz, Ulrike Pröbstl-Haider, Kathrin Ginner Contributing Authors (CAs) Herbert Formayer
zurück zum  Buch Tourismus und Klimawandel"
Tourismus und Klimawandel
Titel
Tourismus und Klimawandel
Autoren
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Verlag
Springer Spektrum
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Abmessungen
21.0 x 28.0 cm
Seiten
263
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Tourismus und Klimawandel