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Tourismus und Klimawandel
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und Shuttlebusse im Großraum Schladming sollten eine um- weltfreundliche Anreise zum Veranstaltungsort ermöglichen. Für die Präparierung der WM-Rennpisten kamen energieeffi- ziente Pistenfahrzeuge und ein erstes Snowmobil mit E-Mo- tor zum Einsatz. Ebenso wurde im Rahmen der Veranstaltung eine Fotovoltaikanlage am Dach des „Congress Schladming“ errichtet und ein Shuttledienst mit Elektrobus angeboten. Im Bereich der Abfallvermeidung und Abfalltrennung wurden Mehrwegbecher und getrennte Abfallbehälter eingesetzt. Die Wärmeversorgung der WM-relevanten Einrichtungen erfolgte durch Biomasse aus dem Nahwärmenetz. Laut Nach- haltigkeitsbericht des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV 2013) konnte damit der CO2-Fußabdruck der Ski-WM auf- grund der hohen Frequentierung der öffentlichen Verkehrs- mittel, der Energieeffizienzmaßnahmen und der CO2-freien Wärmeversorgung relativ gering gehalten werden. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei diesen Angaben und Bewertungen um Angaben des Veranstalters selbst und damit keine neutrale Quelle handelt. Laut ÖSV wurden während der WM unter Einbezug der Anreise der Gäste 1290 Tonnen CO2- Äquivalente zusätzlich emittiert (ÖSV 2013). Darüber hinaus wurden für die Ski-WM aber auch Investitionen getätigt, die die Klimabilanz des Events beeinträchtigt haben, wie die Er- richtung eines Pressezentrums (ÖSV 2013). Ein weiteres Projekt, für das konkrete Daten vorliegen, ist das Großevent „Eurovision Song Contest“, das 2015 vom ORF in Wien veranstaltet wurde. Diese Großveranstaltung wurde nach dem Österreichischen Umweltzeichen und den ÖKOEvents-Kriterien der Stadt Wien zertifiziert. Das Land Österreich wollte sich international als Land präsentieren, das nachhaltig mit seinen Ressourcen umgeht und einen neuen Standard für Großevents setzt. Ein wichtiges Kriterium war die gute Erreichbarkeit des Austragungsortes innerhalb der Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, sodass 85 % der Gäste tatsächlich mit diesen anreisten. Die Anreise nach Wien (für viele internationale Gäste mit dem Flugzeug) wurde jedoch nicht in die Berechnung miteinbezogen, womit eine quantitativ bedeutsame Quelle für den veranstaltungsbezoge- nen CO2-Ausstoß fehlt. Das vorhandene Stromnetz ermög- lichte eine Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen und einen Verzicht auf Dieselaggregate, wodurch nach Anga- ben des Veranstalters mehr als 440.000 Liter Diesel und somit 1000 Tonnen CO2 eingespart werden konnten. Maßnahmen der Abfallvermeidung sowie getrennte Sammlung und Ver- wertung von Altstoffen und Abfällen verhinderten weitere 203 Tonnen CO2-Äquivalenteemissionen, dazu wurden laut Medienberichten im Bereich Verpflegung und Catering re- gionale und biologische Lebensmittel und Mehrwegbecher eingesetzt (ORF 2015). Dem internationalen Trend folgend wurden auch in der Berichtlegung von Großveranstaltungen Standards (Richt- linien der Global Reporting Initiative (GRI)) eingehalten, um einen Vergleich mit anderen Events zu ermöglichen und wichtige Erkenntnisse für künftige Großevents zu liefern (ÖSV 2013) – laut Medienberichten nicht nur für die Alpine Ski-WM Schladming, sondern auch für den Eurovision Song Contest 2015. Ebenso können den Nachhaltigkeitsberichten von (Groß-) Veranstaltungen Anregungen und Empfehlungen für zukünf- tige Veranstaltungen und Attraktionen entnommen werden. Bilanzen aus dem Nachhaltigkeitsbericht des Eurovision Song Contest 2015 sind der nachfolgenden Tab. 10.1 zu entnehmen. Die Tabelle beschreibt beispielhaft mögliche Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen während und rund um die Ver- anstaltung, die zum Teil direkt oder indirekt klimarelevant sind. Sie verdeutlicht, dass durch nachhaltige Organisation und Durchführung CO2-Emissionen in deutlichem Umfang eingespart werden können. Die Maßnahmen erscheinen auch auf andere Events übertragbar. Aufgrund der eingeschränkten Nachvollziehbarkeit der quantitativen Daten sind die in der Tabelle dargestellten Werte aus wissenschaftlicher Sicht aller- dings als nicht belastbar zu bewerten. Seit 2011 organisiert das Green-Event-Austria-Netzwerk den Wettbewerb „nachhaltig gewinnen!“. Es handelt sich da- bei um einen Wettbewerb für nachhaltige Feste, Kulturevents, Sportveranstaltungen und Sportvereine. Getragen wird der Wettbewerb vom BMNT, den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Ti- rol, Vorarlberg und Wien sowie Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft, Sport und Kultur. Zwischen 2010 und 2017 wurden rund 600 Events in ganz Österreich und Südtirol Teil dieses Wettbewerbs mit über 17.000 realisierten Green- Event-Maßnahmen (BMNT 2018a). Zu den Best-Practice- Beispielen des Jahres 2017 zählen Feste wie das Busker Festival, Fair Planet und WearFair +mehr und Kulturevents wie Free Tree Open Air, Partycipation und das Schrammel. Klang.Festival. Als Best-Practice-Beispiel des Jahres 2017 im Bereich Sportveranstaltungen wurde der Global 2000 Fairness Run besonders hervorgehoben (BMNT 2018a). Dabei handelte es sich um eine Laufveranstaltung, die bereits zum vierten Mal von Fairsports Events e. U. ausgetragen wurde. Den rund 5000 Läuferinnen und Läufern wurde entlang der Wiener Mariahilfer Straße ein Programm geboten, das Informationen zu fairer Sportbekleidung sowie gesundem Essen und Trinken miteinschloss. Dazu wurden folgende Maßnahmen im Zuge der Veranstaltung umgesetzt: Die öffentliche Anreise wurde auf der Homepage der Veranstaltung beworben; für den Fuhr- park des Organisationsteams wurden Fahrräder eingesetzt (Führungsfahrzeug, Streckenabschnittsleitung). Im Blick auf ein klimaschonendes Angebot wurden darüber hinaus bio- logische, regionale und saisonale Produkte als Verpflegung in Mehrwegverpackungen angeboten. Weiterhin wurde auf Energieeffizienz und effizienten Wasserverbrauch besonderer Wert gelegt. Im Vorfeld wurden die nachhaltigen Aspekte der 10 Festivals, kulturelle Events, Großveranstaltungen, Sportgroßveranstaltungen und Lifestyle Events 185
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Tourismus und Klimawandel
Titel
Tourismus und Klimawandel
Autoren
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Verlag
Springer Spektrum
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Abmessungen
21.0 x 28.0 cm
Seiten
263
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