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Tourismus und Klimawandel
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Veranstaltung online kommuniziert und vor Ort in die Mo- deration der Veranstaltung integriert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden schließlich auch zum Thema „Green Event“ befragt, um aus den Ergebnissen Maßnahmen für die Folgeveranstaltungen abzuleiten (BMNT 2018a). Aus wis- senschaftlicher Sicht mangelt es den meisten Darstellungen von Best-Practice-Beispielen jedoch an einem unabhängigen, robusten wissenschaftlichen Nachweis, der die verbesserte Effizienz und Einsparung an Treibhausgasemissionen belegt. Auch Vergleiche unterschiedlicher Veranstaltungen mit ein- heitlichen Kriterien wären in diesem Zusammenhang wün- schenswert. In Abschn. 10.1 wurde bereits darauf hingewiesen, dass auch Sportvereine Möglichkeiten haben, ihre Vereinsaktivi- täten in Richtung umweltgerechte, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit zu entwickeln. Der Bedarf an Änderungen der aktuellen Aktivitäten der Sportvereine ist vorhanden, wie die Kategorie Sportvereine des Green-Events-Austria-Wett- bewerbs „nachhaltig gewinnen!“ zeigt. Die Kategorie wurde 2016 aufgenommen und zeichnet die ganzjährige Nachhaltig- keitsperformance von Sportvereinen aus, die durch gezielte Maßnahmen ihren Einfluss auf den Klimawandel reduzieren. Wichtige Maßnahmen sind die Verpflegung mit regionalen und biologisch erzeugten Lebensmitteln, das Reduzieren von Abfall oder das Bilden von Fahrgemeinschaften für die An- und Abreise von Mitgliedern und Gästen (BMNT 2018a). Die Initiative „Klimaaktiv Mobil“ des Lebensministeriums befasst sich mit dem Mobilitätsmanagement im Sport. Bei laufenden Vereinstätigkeiten wird dazu geraten, Einzelfahrten mit dem Pkw zu vermeiden und stattdessen Fahrgemeinschaf- ten zu bilden, den öffentlichen Verkehr, das Fahrrad oder den Vereinsbus zu nutzen und energieeffiziente Fahrzeuge, wie E-Fahrzeuge, als Vereinsbus oder E-Carsharing einzusetzen (Zehetgruber 2015). Wie bereits dargestellt betreffen wichtige Strategien den Einsatz von Gütesiegeln. Das Österreichische Umweltzeichen zertifiziert das Engagement für eine professionell und um- weltbewusst organisierte Veranstaltung und soll der Kom- munikation und Öffentlichkeitsarbeit Glaubhaftigkeit ver- leihen. Bei Einhaltung gewisser Kriterien erhält ein Betrieb oder eine Veranstaltung eine Auszeichnungsurkunde und eine Umweltzeichenplakette oder ein Veranstaltungszertifikat. Bei der Organisation von Green Meetings und Green Events sind Umweltzeichenbetriebe, wie Eventlocations, Caterer, Beher- bergungsbetriebe, Messe- und Kongressausstatter, Drucke- reien oder Agenturen, die ersten Ansprechpartner (BMNT 2018a). Auf dem Weg zur Zertifizierung der Veranstaltung oder des Betriebes wird die Richtlinie „UZ62 – Green Mee- tings und Green Events“ vom BMNT herangezogen. Diese gibt Auskunft über Produktgruppenabgrenzung und Lizenz- nehmerinnen und Lizenznehmer, über die Bewerbung von Veranstaltungen mit dem Österreichischen Umweltzeichen sowie über die erforderlichen Kriterien (BMLFUW 2014). Zu den Anpassungsmaßnahmen gehören auch spezielle Vorplanungen und Informationen für Veranstalter und Teil- nehmende. Dazu gehört beispielsweise der Hitzewarndienst Tab. 10.1 Lessons Learned (für kommende Song Contests und ähnliche Veranstaltungen) und Ausblick für die Zukunft. (ORF 2015, S. 48) Planung und Organisation Durchgängiges Konzept für Green Event bereits in der Planungsphase für alle Locations und Themen- bereiche Mobilität Modal Split bei der Anreise > 85 % im Umweltverbund (öffentlicher Verkehr, Bus, Rad, zu Fuß) Umfassendes Mobilitätskonzept für Gäste und Beteiligte mit den Mobilitätspartnern umgesetzt, Einsatz von Elektrobussen und Taxis Der Einsatz von Batterien statt Dieselaggregate Spart 440.000 Liter Diesel oder 1212 Tonnen CO2 Stromverbrauch Gesamter Stromverbrauch von 862 MWh durch erneuerbare Energie abgedeckt Effiziente Beleuchtung Ein hoher Anteil an LED-Beleuchtung reduziert die notwendige Anschlussleistung und den Stromver- brauch deutlich Abfallwirtschaft Von 3500 Tonnen eingesetzter Materialien landen nur 26 Tonnen im Restmüll. Dies sind nur 74 Gramm pro Besucher. Die Wiederverwendung vor allem der Metalle (LED-Aluminiumstelen) reduziert die CO2-Emissionen um 302 Tonnen Mehrwegbecher Der Einsatz von 50.000 Mehrwegbechern ersetzt mehr als 500.000 Einwegbecher. Wiener Wasser in Mehrwegbechern sparte 30.000 Einwegwasserflaschen. Absolutes Verbot von Getränkedosen in allen Locations Catering Durch Planung mit den Caterern konnte ein Bioanteil von 40 % der angebotenen Speisen erreicht werden. Milch zu 100 % Bio. Obst und Gemüse ausschließlich aus regionalen Quellen Inklusion und Barrierefrei- heit Umfassende Planung von Maßnahmen bei allen Locations Besucherzufriedenheit 90 % der Besucher sagen, dass sich Green Event positiv auf die Qualität der Veranstaltung auswirkt Spezifische Komponenten des touristischen Angebots – Attraktionen186
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Tourismus und Klimawandel
Titel
Tourismus und Klimawandel
Autoren
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Verlag
Springer Spektrum
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Abmessungen
21.0 x 28.0 cm
Seiten
263
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