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Tourismus und Klimawandel
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Der österreichische Tourismus ist in hohem Maß von Aus- landsmĂ€rkten abhĂ€ngig. Dies gilt umso mehr, als rund die HĂ€lfte der Reisen der Österreicherinnen und Österreicher ins Ausland erfolgt (Statistik Austria 2018a). In dieser Hinsicht ist eine umfassende AbschĂ€tzung der zukĂŒnftigen Entwick- lung des Sektors nur unter BerĂŒcksichtigung von VerĂ€nderun- gen auf globaler und europĂ€ischer Ebene möglich. Das vorlie- gende Kapitel bietet daher einen Überblick ĂŒber Studien, die sich mit dieser Thematik befassen, sowohl mit den direkten Auswirkungen des Klimawandels auf den europĂ€ischen Tou- rismus (insbesondere aufgrund von Temperatur- und Nieder- schlagsĂ€nderungen) als auch mit ĂŒbrigen Einflussfaktoren auf die internationalen Touristenströme (z. B. demografische und ökonomische Entwicklungen, geopolitische Risiken, allgemeine Trends). Generell ist die vorliegende Thematik noch mit großen Unsicherheiten verbunden, unter anderem in Hinblick darauf, wie hoch die globale ErwĂ€rmung in be- stimmten Zeitabschnitten sein wird (vgl. Kap. 2). Wichtig ist dabei auch, inwieweit es gelingen wird, die anthropogenen Treibhausgasemissionen zu senken und herauszuarbeiten, inwieweit der Tourismus hierzu beitragen könnte. Daher be- schĂ€ftigt sich der zweite Abschnitt des Kapitels mit Studien, die versuchen, den Anteil des Tourismus an den Emissionen zu berechnen, zuerst auf globaler Ebene und dann auch hin- sichtlich der österreichischen Reisenden und der heimischen Tourismuswirtschaft (vgl. Kap. 3). 11.1 Klimawandelinduzierte regionale Verschiebungen der globalen TourismusaktivitĂ€ten – Auswirkungen auf Österreich GroßrĂ€umige Studien (auf europĂ€ischer oder globaler Ebene) sind aufgrund der DatenverfĂŒgbarkeit vereinfacht und damit in ihrer Aussagekraft auch eingeschrĂ€nkt. Auf der anderen Seite sind nur damit Vergleiche der relativen klimabedingten Wettbewerbsvor- und -nachteile und dahin gehender Ver- schiebungen möglich. Die VerĂ€nderung der AttraktivitĂ€t von Tourismusregionen wird in diesen Studien anhand von Indi- katoren untersucht, welche die klimatischen PrĂ€ferenzen von Touristinnen und Touristen bestmöglich abbilden sollen, etwa anhand des von Mieczkowski (1985) erarbeiteten Tourism Climate Index (TCI; vgl. auch Kap. 2). Amelung und Moreno (2012) berĂŒcksichtigten beispiels- weise relative Klimavorteile anhand eines Nachfragever- teilungsmodells. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen NĂ€chtigungen und dem TCI auf Monatsbasis fĂŒr Europa ge- schĂ€tzt. Klimawandelfolgen wurden fĂŒr drei FĂ€lle quantifi- ziert: (a) keine BeschrĂ€nkungen hinsichtlich VerĂ€nderungen in der Gesamtnachfrage in Europa, (b) Gesamtnachfrage in Europa bleibt gleich, es können aber saisonale und rĂ€um- liche Umverteilungen stattfinden und (c) Gesamtnachfrage in Europa pro Monat bleibt gleich, d. h. nur rĂ€umliche Um- verteilung. Der letzte Fall trĂ€gt dem Umstand Rechnung, dass Schulferien und Feiertage fixiert sind und damit die zeitliche FlexibilitĂ€t bei Urlauben oftmals nicht gegeben ist. GemĂ€ĂŸ dieser Studie zĂ€hlt mit Abstand Österreich (+1,3 bis +30,4 Mio. NĂ€chtigungen in den 2080er-Jahren), gefolgt von Großbritannien, Deutschland, Irland und den Niederlanden zu den grĂ¶ĂŸten Gewinnern in Europa. Zu den grĂ¶ĂŸten Ver- lierern zĂ€hlen Spanien (−0,3 bis −7,7 Mio. NĂ€chtigungen), Kroatien und Griechenland. Kommt es nur zu einer saisona- len und rĂ€umlichen Umverteilung, so gewinnen nach wie vor Österreich, Großbritannien, Deutschland, Irland und die Niederlande, wobei die Zugewinne an NĂ€chtigungen geringer ausfallen. Ist eine zeitliche Umverteilung nicht möglich, ver- liert SĂŒdeuropa noch stĂ€rker, wĂ€hrend Skandinavien stĂ€rker profitiert. In diesem Zusammenhang erwĂ€hnen bereits Ame- lung et al. (2007), dass sich der Tourismus im Mittelmeer- raum vom Sommer auf die bisherigen Übergangszeiten im FrĂŒhling und Herbst verlagern könnte, notwendig wĂ€re dafĂŒr aber eine Änderung der Ferienzeiten in den HerkunftslĂ€ndern der GĂ€ste. 11 195 © Der/die Autor(en) 2021 U. Pröbstl-Haider, D. Lund-Durlacher, M. Olefs, F. Prettenthaler (Hrsg.), Tourismus und Klimawandel, https://doi.org/10.1007/978-3-662-61522-5_11 BerĂŒcksichtigung der globalen Entwicklung Coordinating Lead Authors (CLAs) Franz Prettenthaler, Stefan Gössling Lead Authors (LAs) Franz Prettenthaler, Stefan Gössling, Andrea Damm, Christoph Neger Contributing Authors (CAs) Judith Köberl, Willi Haas
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Tourismus und Klimawandel
Titel
Tourismus und Klimawandel
Autoren
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Verlag
Springer Spektrum
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Abmessungen
21.0 x 28.0 cm
Seiten
263
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