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Tourismus und Klimawandel
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nur als optionale Maßnahmen enthalten. Die nun inkludierte Wirkungsfolgenabschätzung zeigt auch auf, dass mit den ent- haltenen Maßnahmen das Treibhausgasreduktionsziel von −36 % bis 2030 nicht erreicht wird. Bereits ein Jahr vor der Klima- und Energiestrategie 2018 beschloss die österreichische Bundesregierung im Jahr 2017 auch eine Klimawandelanpassungsstrategie (BMNT 2017a, b). Wird der Tourismus in Ersterer nur am Rande erwähnt wird, spielt er in der Anpassungsstrategie eine zentrale Rolle, als eines von 14 Aktivitätsfeldern. Allgemeine Zielsetzung ist dabei die „Sicherung Österreichs als attraktiver und nach- haltiger Tourismusstandort durch Nutzung klimawandelbe- dingter Potenziale und Forcierung umweltfreundlicher An- passungsmaßnahmen“. Als Maßnahmen werden folgende Punkte vorgeschlagen: • Berücksichtigung des Klimawandels in den Tourismus- strategien, • Entwicklung von klimaschonenden Anpassungsmaß- nahmen auf Basis der Tourismusstrategien, • Ausarbeitung, Bereitstellung und Verbesserung regiona- ler Daten als Entscheidungsgrundlage für Anpassungs- maßnahmen, • Unterstützung klimawandelgefährdeter Wintersport- regionen bei der Schaffung von schneeunabhängigen Angeboten, • Stärkung des alpinen Sommertourismus, • Ausbau des Städtetourismus in Österreich. Zudem beinhaltet die Strategie auch Querverbindungen an- derer Aktionsfelder zum Tourismus, etwa im Hinblick auf Raumordnung (Förderung einer klimawandelangepassten, nachhaltigen touristischen Infrastruktur) und Wasserwirt- schaft (betreffend künstliche Beschneiung). Mit Ausnahme des Burgenlandes verfügen auch die öster- reichischen Bundesländer über eigene Klimaschutz- und/oder Anpassungsstrategien beziehungsweise integrierte Strategien, welche beide Aspekte berücksichtigen (Magistrat der Stadt Wien 2009; Amt der OÖ. Landesregierung 2013; Amt der Tiroler Landesregierung 2015; Amt der Vorarlberger Landes- regierung 2015; Land Salzburg 2015, 2017; Amt der NÖ Lan- desregierung 2017a; Amt der Steiermärkischen Landesregie- rung 2017a, b; Land Kärnten 2018; Umweltbundesamt 2018). Im Hinblick auf den Klimaschutz gehen diese bislang u. a. auf die Förderung der Anreise per Bahn (Tirol, Vorarlberg) und eines emissionsarmen Mobilitätsangebots in Wien und in den Tourismusregionen (Vorarlberg, Niederösterreich, Steier- mark), auf Energieraumplanung touristischer Destinationen (Tirol), umweltfreundliche Events (Tirol, Steiermark), den Ausbau von Informationsangeboten und Marketingmaßnah- men für klimaschonende Urlaube in Österreich (Steiermark) und die Forcierung des österreichischen Umweltzeichens für Tourismusbetriebe (Wien) ein. Bezüglich der Klimawandelanpassung wird u. a. der Aus- bau des Ganzjahrestourismus (Vorarlberg, Salzburg, Steier- mark), des Städtetourismus (Steiermark) sowie wetter- und schneeunabhängiger Angebote (Kärnten), der Schutz der Infrastruktur für den Alpintourismus (Steiermark), eine ver- stärkte Bewusstseinsbildung zu durch den Klimawandel ver- ursachten Gefahren im alpinen Raum (Tirol), die Erhebung relevanter Daten für den Tourismus (Tirol) sowie die Bereit- stellung regionaler Klimaszenarien als Entscheidungsgrund- lage (Steiermark) angeführt. Dabei beschränken sich einige der Bundesländerstrategie- papiere auf ein einfaches Aufzählen möglicher Maßnahmen, während in anderen versucht wird, die Umsetzung möglichst genau zu planen, mit Definition der verantwortlichen Akteure, des zeitlichen Horizonts, einer Abschätzung der Kosten, u. Ä. Besonders vorbildlich – auch im Vergleich mit der österrei- chischen Klima- und Energiestrategie – sind hier die Klima- strategie Tirol und die Klimawandelanpassungsstrategie der Steiermark. 12.1.4 Berücksichtigung des Klimawandels in den österreichischen Tourismusstrategien Wie in der österreichischen Klimawandelanpassungsstrategie gefordert, sollte der Klimawandel auch in den Tourismus- strategien entsprechend berücksichtigt werden. In der ös- terreichischen Tourismusstrategie von 2010 (BMWFJ 2010) wurde dieses Thema noch lediglich am Rande erwähnt. In den Tourismusstrategien der Bundesländer (Land Vorarlberg 2012; Land Salzburg 2013; Wien Tourismus 2014; Land Kärnten 2016; Land Steiermark 2016; Land Tirol et al. 2016; Amt der NÖ Landesregierung 2017b; Amt der OÖ. Lande- regierung et al. 2018; Burgenland Tourismus GmbH 2018), welche in den letzten Jahren veröffentlicht wurden, spielen die Klimawandelanpassung und der Klimaschutz in manchen Fällen bereits eine wichtige Rolle, während andere, wie im Falle der Strategien von Kärnten und Burgenland, den Klima- wandel nicht erwähnen. Auch in der niederösterreichischen Strategie kommt der Klimaschutz nicht vor, die Klimawan- delanpassung wird hier aber zumindest nebenbei erwähnt. Ohne Anmerkungen zur Klimawandelanpassung kommen auch die Tourismusstrategien von Oberösterreich, Wien und Vorarlberg aus, wenngleich in der zuvor erwähnten Vorarl- berger Klimawandelanpassungsstrategie interpretiert wird, dass die Maßnahmen der Tourismusstrategie des Landes in- direkt durchaus auf eine Stärkung des Ganzjahrestourismus abzielen. Als vorbildlich kann die Salzburger Strategie gelten, welche sowohl zu Klimaschutz als auch zur Anpassung die Angabe konkreter Maßnahmen beinhaltet. Im Bereich Klima- schutz sind auch die Vorarlberger und die Wiener Strategie hervorzuheben, welche der nachhaltigen Mobilität eine zen- trale Position einräumen. Globale Entwicklung und nationale Verpflichtungen212
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Tourismus und Klimawandel
Titel
Tourismus und Klimawandel
Autoren
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Verlag
Springer Spektrum
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Abmessungen
21.0 x 28.0 cm
Seiten
263
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