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Tourismus und Klimawandel
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wandelanpassungsstrategie ist der Tourismus kein prioritäres Thema. In der Tourismuspolitik der Europäischen Kommis- sion wird dagegen großer Wert auf ökologische Nachhaltig- keit – bei der die Reduktion der Treibhausgasemissionen beinhaltet ist – gelegt. Die wichtigsten Aktionen dafür sind die Förderung der Entwicklung nachhaltiger transnationaler Tourismusprodukte, die Erstellung eines Indikatorensystems, das Destinationen dabei unterstützen soll, sich nachhaltig zu entwickeln, und die Unterstützung von Nachhaltigkeit auf betrieblicher Ebene durch Beratung und die Möglichkeit der Zertifizierung mit dem EU Ecolabel für umweltfreundliche Unternehmen. Die 2018 vorgestellte österreichische Klima- und Energie- strategie und der darauf aufbauende nationale Energie- und Klimaplan (NEKP) beinhalten allgemeine Vorschläge und Maßnahmen, die – zumeist indirekt – auch wieder den Touris- mus betreffen, besonders in den Bereichen Mobilitätsmanage- ment, öffentlicher Verkehr, E-Mobilität, Energiesparen und die Erzeugung erneuerbarer Energien in kleinskaligen Anla- gen. In der österreichischen Klimawandelanpassungsstrategie aus dem Jahr 2017 wird der Tourismus als eines der zentralen Handlungsfelder berücksichtigt. Dabei werden vor allem die Notwendigkeit einer ausreichenden Datenverfügbarkeit, das Angebot schneeunabhängiger Alternativen in Wintersport- destinationen sowie die Erstellung von Querverbindungen zu anderen Bereichen wie Raumordnung und Wasserwirtschaft betont. Als Alternative zu den zu erwartenden Verlusten im Winter wird auf eine stärkere Forcierung des Sommer- und Städtetourismus gesetzt. In dem 2019 vorgestellten „Plan T“, welcher eine Strategie für die touristische Entwicklung auf nationaler Ebene darstellt, wird die Klimawandelanpassung hingegen nicht erwähnt, dafür ist Nachhaltigkeit aber ein zen- trales Ziel. Dabei geht es insbesondere wiederum hauptsäch- lich um Energieeffizienz, erneuerbare Energien und möglichst emissionsarme Mobilität. In den österreichischen Bundesländern gibt es Klimastra- tegien, in denen teilweise der Tourismus berücksichtigt wird, sowie Tourismusstrategien, die mitunter auch die Aspekte Klimaschutz und Klimawandelanpassung beinhalten. Dabei gibt es von Bundesland zu Bundesland große Unterschiede. Während diesen Themen in einigen Strategien eine hohe Bedeutung zugemessen wird, werden sie in anderen nur am Rande erwähnt oder völlig ignoriert. Um auch auf individueller Ebene zum Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens beitragen zu können, kann der „Paris Lifestyle“ propagiert werden – ein Lebensstil, bei dem Treibhausgasemissionen so gut wie möglich vermieden werden sollten. Angesichts der konsumbasiert ermittelten Emissionsbilanz der Österreicher mit 15 t CO2-Äquivalenten pro Kopf (2015), weit entfernt vom Zielwert von nahe null im Jahr 2050, erfordert dies drastische Änderungen, auch im Reiseverhalten (hohe Übereinstimmung, mittlere Beweis- lage). Hier stellt sich momentan noch das Problem, dass es wenige klimaschonende Angebote gibt oder dass diese um ein Vielfaches teurer sind, sodass auch Klimabewusste oft zu weniger umweltfreundlichen Alternativen greifen (hohe Übereinstimmung, mittlere Beweislage). Kernaussagen – Kapitel  12 – In verschiedenen Bereichen des Tourismussektors (Beherbergung, Gastronomie, touristische Aktivitäten und insbesondere Transport) kann durch entsprechen- de Maßnahmen eine signifikante Emissionsreduktion erreicht werden (hohe Übereinstimmung, mittlere Beweislage). – In den Strategien zur Reduktion der Treibhausgas- emissionen der Europäischen Kommission und der österreichischen Bundesregierung ist der Tourismus kein prioritäres Thema (hohe Übereinstimmung, schwache Beweislage). – Die Tourismusstrategien auf europäischer, nationaler und Länderebene beinhalten teilweise Maßnahmen zur Emissionsreduktion, aber kaum konkrete Vor- gehensweisen zu Finanzierung, Priorisierung und Zeitplänen (hohe Übereinstimmung, schwache Beweislage). – Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, sind ein möglichst emissionsarmer Lebens- stil („Paris Lifestyle“) inklusive klimaschonenden Reisens und die Schaffung entsprechender An- gebote alternativlos (hohe Übereinstimmung, mittlere Beweislage). – Um das Pariser Klimaziel einer Beschränkung der globalen Erwärmung von zumindest weniger als 2 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter einzuhal- ten, sind weitreichende Maßnahmen erforderlich, die durch die österreichische Klimapolitik bislang nicht ausreichend initiiert, gefördert und umgesetzt werden (hohe Übereinstimmung, schwache Beweislage). Literatur Amt der NÖ Landesregierung (2017a) Niederösterreichisches Klima- und Energieprogramm 2020. 2. Auflage, Amt der Niederösterreichi- schen Landesregierung, St. Pölten, Österreich. Online unter: http:// www.noe.gv.at/noe/Klima/KlimaEnergieprogramm2020.html (letz- ter Zugriff: 13.05.2020). Amt der NÖ Landesregierung (2017b) Tourismusstrategie Nieder- österreich 2020. Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, St. Pölten, Österreich. Online unter: http://www.noe.gv.at/noe/Wirt- schaft-Tourismus-Technologie/17_NOE_Tourismusstrategie2020_ low_144.pdf (letzter Zugriff: 13.05.2020). Amt der OÖ. Landesregierung (2013) Oö. Klimawandel-Anpassungs- strategie. Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Linz, Österreich. Online unter: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/ files/publikationen/us_klimawandelanpass.pdf (letzter Zugriff: 13.05.2020). Globale Entwicklung und nationale Verpflichtungen220
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Tourismus und Klimawandel
Titel
Tourismus und Klimawandel
Autoren
Ulrike Pröbstl-Haider
Dagmar Lund-Durlacher
Marc Olefs
Franz Prettenthaler
Verlag
Springer Spektrum
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-662-61522-5
Abmessungen
21.0 x 28.0 cm
Seiten
263
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