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Angaben auf nationaler Ebene zur Transportmittelwahl
für einige der wichtigsten Herkunftsländer gibt es in der
Gästebefragung T-MONA der Österreich Werbung. Die vor-
handenen Werte für europäische Länder sind in ▶ Kap. 3
abgebildet. Dazu gibt es bei T-MONA auch Zahlen fĂĽr die
Gäste aus den USA, mit dem Ergebnis, dass nur 45,5 % per
Luftverkehr anreisen. Das dürfte damit zusammenhängen,
dass viele außereuropäische Gäste mehrere Länder in Europa
besuchen, das heiĂźt, sie kommen zuerst mit dem Flugzeug in
einem anderen Land an und fahren dann im Verlauf der Reise
mit einem anderen Verkehrsmittel nach Ă–sterreich.
Zusammenfassend lässt sich zu den Daten der T-MONA-
Urlauberbefragung sagen, dass aktuell den ĂĽberwiegenden
Teil der Anreise die eher emissionsintensiveren Verkehrs-
mittel Pkw – in vielen europäischen Ländern über 80 % –
und Flugzeug ausmachen, was sich negativ auf die Treib-
hausgasbilanz des Tourismus auswirkt. Es sind jedoch auch
Potenziale zur Senkung der Emissionen sichtbar, mit dem
Beispiel einiger Länder, in denen Bus und Bahn bereits stär-
ker vertreten sind.
Vergleicht man diese Umfragedaten von T-MONA – unter
der Annahme, dass andere europäische Länder je nach Ent-
fernung für die Transportmittelwahl ähnliche Anteilswerte
aufweisen wie die hier aufgelisteten und dass alle auĂźer-
europäischen Reisen per Flugzeug unternommen werden
– mit den absoluten Ankunftszahlen der österreichischen
Tourismusstatistik fĂĽr das Kalenderjahr 2018 (Statistik Aus-
tria 2018e), kommt man auf rund 35 Mt CO2-Äquivalente,
ausgelöst durch die Reisen von Touristinnen und Touristen
nach Ă–sterreich (â–¶ Tab. 14.3). Dabei machen Fernreisen den
Hauptbestandteil aus. Diese Touristinnen und Touristen ver-
ursachen trotz ihres relativ geringen Anteils an den AnkĂĽnften
(insgesamt 6,4 %) weit mehr als die Hälfte der Emissionen
(vgl. â–¶ Kap. 11). Nicht angemessen berĂĽcksichtigt werden
können unter anderem Verfälschungen, die durch Rundreisen
in Europa und innerhalb Ă–sterreichs entstehen, die getroffe-
nen Generalisierungen im Hinblick auf die Emissionen der
jeweiligen Verkehrsmittel und der Einfluss einer verlängerten
Anreise ĂĽber verschiedene Stationen. Um diese Unsicher-
heitsfaktoren möglichst auszuräumen und so eine annähernd richtige Vorstellung vom CO2-Fußabdruck des österreichi-
schen Tourismus zu bekommen und diesen auch adäquat mit
den Emissionen der gesamten Volkswirtschaft zu vergleichen,
wäre also eine umfassende, tiefergehende Studie notwendig.
Die â–¶ Tab. 14.3 stellt dennoch eine gute Grundlage fĂĽr eine
Abschätzung einer klimaschonenden Reiseentscheidung dar.
Literatur
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258 Anhang
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Buch Tourismus und Klimawandel"
Tourismus und Klimawandel
- Titel
- Tourismus und Klimawandel
- Autoren
- Ulrike Pröbstl-Haider
- Dagmar Lund-Durlacher
- Marc Olefs
- Franz Prettenthaler
- Verlag
- Springer Spektrum
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-662-61522-5
- Abmessungen
- 21.0 x 28.0 cm
- Seiten
- 263