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Tragsessel in der spanischen Monarchie des 16 und 17 Jahrhunderts 135
rat, der eine zweijährige Lizenz erhielt, Esteban de Ibarra vom Kriegs- und Finanzrat und
schließlich Lizenziat Diego Fernández Ruíz de Alarcón vom Königlichen Rat, der die Li-
zenz für die Dauer von zwei Jahren genehmigt bekam.167
Eine weitere Gruppe von Personen, die in die Gunst von Tragsessellizenzen gelangten,
umfasste Buchhalter, unter denen uns mindestens fünf Fälle bekannt sind. Die erste Lizenz
bekam Luis de Torregrosa im Jahr 1605 zugesprochen; zwei Jahre später erhielten Gabriel
de Santa Cruz eine zweijährige und Sancho Méndez de Salazar eine dreijährige Lizenz.
Juan López de Alui wurde 1608 eine für drei Jahre gültige Lizenz ausgestellt. Auch der
zum damaligen Zeitpunkt bereits pensionierte Diego Pérez de Salcedo suchte auf Anraten
ehemaliger Kollegen im Jahr 1610 um eine Lizenz an. Im Zusammenhang mit diesem Fall
erklärte der Kammerrat gegenüber dem König, dass man mit den Genehmigungen spar-
sam umginge und von den zahlreichen Anträgen nur solche für Leute mit „hohem An-
sehen und bei denen tatsächlich ein Bedürfnis vorlag“ genehmige, weshalb die Räte dem
Monarchen empfahlen, Pérez de Salcedo eine Lizenz für Messgänge und den Weg zu seiner
ehemaligen Arbeitsstätte zu bewilligen, da er trotz seiner Pensionierung weiterhin seinen
früheren Arbeitsplatz aufsuche.168
Unter den Richtern mit einer Tragsessellizenz befanden sich Lizenziat Luis de Santillán
von der Contaduría Mayor des Finanzrats, dessen Lizenz Ende 1607 auslief, und Tana de
Zárate, Richter der Audiencia von Valladolid, der mit einer zweijährigen Lizenz bedacht
wurde. Francisco de Idiáquez, Sekretär des Staatsrats, wurde eine dreijährige Lizenz zuge-
sprochen,169 und Diego Fernando de Alarcón, Richter des Königlichen Rats, erhielt eben-
falls eine dreijährige Lizenz, wobei er um eine zweijährige Verlängerung ansuchen durfte.170
Zu den Lizenzinhabern, die ebenfalls mit dem Verwaltungsapparat der Monarchie ver-
bunden waren, gehörten auch Doktor Hernán Rodríguez, oberster Richter der Herrschaft
von Bizkaia, sowie der zum Gobernador von Galizien ernannte Luis Enríquez.171 Lizenziat
Berrio, der offenbar ebenfalls im Dienst der Monarchie gestanden hatte, erhielt eine auf
sechs Monate befristete Lizenz.172
Mit rund einem Dutzend Lizenzen bildeten Kleriker die drittgrößte Gruppe von Li-
zenzinhabern. Es handelte sich dabei – in chronologischer Ordnung – um Pedro González
167 AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 114; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 12, 21, 35, 57, 64, 65, 184, 245
und 251.
168 „[…] mucha calidad y q tenga precisa necesidad dellas“. AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 197; AHN,
Consejos, Leg. 4418, Nr. 96, 156 und 178; AHN, Consejos, Leg. 4419, Nr. 56.
169 AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 20, 130 und 132.
170 1610 November 6; AGS CC, Libro 179, fol. 152v. Die zweijährige Verlängerung der auf drei Jahre
befristeten Lizenz erfolgte am 5. Juni 1608.
171 AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 178; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 142.
172 1607 Februar 14; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 27.
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren
Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
- Titel
- Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren
- Untertitel
- Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
- Autor
- Mario Döberl
- Herausgeber
- Alejandro López Álvarez
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20966-9
- Abmessungen
- 17.5 x 24.7 cm
- Seiten
- 432
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918